[01.08.2017]

Die wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur weist eine markante Lücke auf, die den Zeitraum 1900-1933 betrifft. Das DFG-Forschungsprojekt Deutschsprachige Kinder- und Jugendliteratur im Medienverbund 1900-1945 greift dieses Forschungsdefizit in spezifischer Weise auf, indem es den sog. Medienumbruch jener Jahre berücksichtigt und als Untersuchungsbeginn das Jahr 1900 ansetzt. Auf der Tagung Lichtspiel – Hörspiel – Schauspiel vom 04.-06. September 2017 an der Universität Bielefeld stellen Forscherinnen und Forscher aus dem Bereich der Kinder- und Jugendliteratur erste Ergebnisse zu ausgewählten Medienverbünden vor, die gemeinsam diskutiert werden. Darüber hinaus findet ein Austausch über Methoden statt. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Das Forschungsinteresse des Projekts richtet sich angesichts des Umbruchs bzw. medialer Modernisierungstendenzen nicht nur auf Literatur, die gedruckt erschien, sondern auch auf die damals neuen Medien Stumm- und Tonfilm sowie Hörfunk, die literarische Stoffe medienspezifisch umsetzten.

Konkret geht es darum, Filme und Hörfunksendungen möglichst vollständig zu erfassen, in denen literarische Stoffe für Kinder und Jugendliche dargeboten wurden, und darüber hinaus die dazugehörigen gedruckten Versionen (Romane, Erzählungen, Märchen, Bilderbücher, Comics etc.) sowie die überlieferten Bühnendarbietungen zu eruieren und weitere Verarbeitungen (u.a. Merchandising und Medienkritik) zu dokumentieren. Das Ende des Untersuchungszeitraums wird auf das Jahr 1945 festgesetzt. Damit wird zum einen ein aus historischer Sicht wichtiger Epochenabschnitt markiert; zum anderen liegen aufgrund der Untersuchungen zur NS-Zeit (Bielefelder Handbuch zur Kinder- und Jugendliteratur 1933-1945) bereits grundlegende Erkenntnisse für das Medium Buch vor.

Mit der Erforschung der Kinder- und Jugendliteratur und ihrer Medienverbünde will das Projekt einen innovativen Beitrag zur Geschichtsschreibung der Kinder- und Jugendliteratur leisten, die sich bislang maßgeblich auf das Medium Buch beschränkte. Damit werden inter- und transmediale Aspekte ebenso berücksichtigt wie der Blick auf die Beteiligten im sog. Handlungssystem Kinder- und Jugendliteratur (Produzenten, Vermittler, Rezipienten, Verarbeiter). Das Forschungsvorhaben richtet sich auf die genannten Einzelmedien sowie Medienverbünde, nimmt aber auch die Verschränkungen medialer Techniken, Angebote/Inhalte, Rezeptions- und Distributionsformen in den Blick (Medienkonvergenz).

Das gesamte Tagungsprogramm können Sie hier einsehen.

Anmeldung per e-mail bis zum 25.08.2017 an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Veranstaltungsort:
Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF)
Methoden 1
33615 Bielefeld

[Quelle: Tagungsprogramm]

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