[04.07.2018]

Für das Panel "Erlesene Zeiten: Literarische Sozialisation und Zeiterfahrung in der Kinder- und Jugendliteratur" auf dem 26. Deutschen Germanistentag 2019 können bis zum 15.08.2018 Abstracts eingereicht werden. 

Die Vermittlung von Zeit, Zeiterfahrung und Zeitlichkeit spielt in einer Reihe von Werken der Kinder- und Jugendliteratur eine große Rolle. Texte wie Michael Endes Momo oder Jule Vernes Reise um die Erde in 80 Tagen gehen inhaltlich-thematisch auf Fragen zur Zeit ein, lassen diese in der erzählten Handlung als Gestaltungselement wirksam werden und stellen darüber hinaus Reflexionen über die Zeit an, die den kindlichen Rezipienten Ansatzpunkte für weiterführende Deutungen des Gehörten bzw. Gelesenen bieten. In Entsprechung zur kindlichen Erlebniswelt sind es hierbei sowohl realistische als auch fantastische Welten, die die beschriebenen Zeitphänomene illustrieren. Des Weiteren finden sich gerade für jüngere Kinder erläuternde Texte zur Einteilung der Zeit bzw. zur Schilderung von Zeitabläufen, wobei eine Vermittlung von chronometrischer wie kalendarischer Zeit erfolgt (z.B. Antje Damm: Alle Zeit der Welt, oder historisch: Arnim/Brentano: Ammen-Uhr).

Indem all diese Aspekte von Zeit dem Kind mithilfe von literarischen Texten näher gebracht werden, ist zu fragen, welche Bedeutung dem spezifisch Literarischen hierbei zukommt. Wie erfolgt durch die literarische Sozialisation die Vermittlung der Kategorie Zeit, und auf welche Weise ist das im Text jeweils konkret realisiert? Diese Frage ist für das konzipierte Panel zentral. Es soll gezeigt werden, dass die Literatur nicht nur durch explizite Thematisierungen Aspekte von Zeit vermittelt, sondern dass hierbei vor allem spezifisch literarische Techniken und Operationen die Grundlage bilden. Dadurch erfolgt eine Form der kindlichen Lesesoziali-sation, die in Anlehnung an "Literacy"-Konzepte beschrieben werden kann. Gemäß dieser Ausrichtung bietet das Panel die Plattform für entsprechende Vorträge. Einzeltextanalysen sind ebenso erwünscht wie Überblicksdarstellungen, die wiederum synchrone oder diachrone Perspektivierungen vornehmen können. Unter Fokussierung auf narrative Aspekte ist dabei zu überlegen, auf welche Weise in der Kinder- und Jugendliteratur Besonderheiten zu verzeichnen sind, etwa was das gehäufte Auftreten von Rahmenerzählungen betrifft (zur Darstellung der unterschiedlichen Zeitebenen), in welchem Umfang Analepsen und Prolepsen vorkommen, oder auch, wie es sich mit den Relationen von erzählter Zeit und Erzählzeit verhält. Ausgehend von konventionalisierten Formeln (wie jenem "Es war einmal …" des Märchens) ist darüber hinaus zu thematisieren, welche sonstigen sprachlichen Realisierungen zur Verdeutlichung von zeitlichen Aspekten in den kinderliterarischen Texten vorhanden sind.

Interessenten werden gebeten, ein Exposé (ca. 2.500 Zeichen) für einen 20-minütigen Vortrag sowie kurze biobibliographische Angaben bis zum 15.08.2018 an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!zu senden.

[Quelle: CfP]


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