[12.02.2020]

Der 2016 erstmals verliehene Kinderlyrikpreis geht in diesem Jahr an die Schweizer Autorin Leta Semadeni für ihr Buch Tulpen / Tulipanas.

Die mit 3.000 € dotierte Auszeichnung wird von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur e.V. verliehen. Das Preisgeld wird gestiftet von der Kulturstiftung Irsee. Von der Akademie Faber-Castell wird passend hierzu ein "perfekter" Bleistift überreicht.

Die Preisvergabe findet am 26. Juni 2020 im Rahmen der Fachtagung "Kinderlyrik: Motor des frühkindlichen Sprach- und Bildungsverstehens" in der Schwabenakademie Irsee statt, dem Lebensort des namensstiftenden Lyrikers Josef Guggenmos (1922-2003).

Die Preisträgerin

Leta Semadeni, geboren 1944 in Scuol/Schweiz, studierte Sprachen an der Universität Zürich, in Perugia und Quito/Ecuador. Sie unterrichtete an Schulen in Zürich und im Engadin. Seit 2005 widmet sie sich ausschließlich dem Schreiben, publiziert Prosa und Gedichte in Rätoromanisch und Deutsch. Ihr erster Roman Tamangur (2015) wurde 2016 mit dem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet. 2017 erhielt Leta Semadeni den Kulturpreis des Kantons Graubünden für ihr Lebenswerk.

Das Preisträgerbuch

Leta Semadeni: Tulpen / Tulipanas
Mit Illustrationen von Madlaina Janett und einem Nachwort von Rico Valär.
Zürich: SJW Schweizerisches Jugendschriftenwerk 2019. 32 Seiten. 8,00 Euro.
ISBN 978-3-7269-0185-1

"Die Sonne / fährt Velo / am Ufer entlang" heißt es einmal. Ein andermal "Die Mähne des Windes / hat die Tür geöffnet / die in den Garten führt" oder "Nachts verlässt Lilli / das Haus und / streut ihre Augen aus / über die Straße." Von solchen ersten Strophen aus entwirft Leta Semadeni das Wunderbare, lässt die Bilder und Augen, die Sonne und den Wind aus und folgt ihnen zweisprachig auf Rätoromänisch und Deutsch beim Zaubern, beim Tanzen, beim Erforschen der Welt, die bei Semadeni immer wieder mit einem Erstaunen beginnt, um die Wörter und ihre Poesie umso intensiver leuchten zu lassen. Was sie dabei entdeckt und entdecken macht, ist nichts weniger als die Zauberkraft selbst, die im Alltag und in den Worten steckt und nur darauf zu warten scheint, wahrgenommen und befreit zu werden. "Metta / il cour / aint illa locca // Fa ün sigl / sainza rait / sülla prosma / lingia" heißt es in "Gedichte lesen" / "Leger poesias": "Leg / das Herz / in die Lücke // Spring / ohne Netz / auf die nächste / Zeile." Im Dazwischen liegt die Poesie dieser Gedichte, und im Mut, "ohne Netz / auf die nächste / Zeile" zu springen. Die rotblauen Illustrationen von Madlaina Janett nehmen den Ball der Freiheit mit großer Sensibilität auf und überwinden die Grenzen von Seite und Schwerkraft. Ja, mit Mut und für Mut wird man in diesem Bändchen reichlich belohnt!

Sechs besonders gelungene Werke sind außerdem für die Empfehlungsliste ausgewählt worden:

  • Kenn Nesbitt (Hrsg.): Jetzt noch ein Gedicht, und dann aus das Licht! Gedichte zur guten Nacht
  • Nils Mohl: der könig der kinder
  • Nils Mohl: tänze der untertanen
  • Regina Schwarz: Wen du brauchst
  • Elisabeth Steinkellner: Vom Flaniern und Weltspaziern - Reime und Sprüche
  • Einar Turkowski: Aus dem Schatten trat ein Fuchs

[Quelle: Pressemitteilung Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur e.V.]


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