Frey, Jana

von Sarah Schwab

Jana Frey ist eine deutsch-schweizerische Kinder- und Jugendbuchautorin.

Biographie

Jana Frey wurde am 17. April 1969 in Düsseldorf geboren. Ihr leiblicher Vater starb bei einem Verkehrsunfall 7 Monate nach ihrer Geburt. Freys Stiefvater ist ein freiarbeitender Schauspieler aus der Schweiz. Bereits im Alter von 5 Jahren begann Jana Frey zu schreiben. Schon in jungen Jahren hatte sie den Wunsch, Schriftstellerin zu werden. Mit 15 Jahren wurde ihre erste Kurzgeschichte in einer Jugendzeitung veröffentlicht. Ihr erstes Buch schrieb sie zwischen ihrem 17. und 19. Lebensjahr. Es wurde noch handschriftlich verfasst und hatte zuerst den Arbeitstitel Sekt und Tränen. 1997 wurde das Buch unter dem Titel Ich nenn es Liebe veröffentlicht. Das Buch behandelt die Geschichte des 15jährigen Moritz, der auf einem langen Weg lernt, seine Homosexualität zu akzeptieren. Frey schrieb dieses Buch während ihrer eigenen Pubertät, die sie selbst als schwierig empfand. Einerseits ging sie ab 1986 auf Demonstrationen gegen die Startbahn West, die Räumung der Hamburger Hafenstrasse und gegen Atomkraft, andererseits haderte sie mit dem unwiederbringlichen Ende ihrer Kindheit.

In der 12. Klasse brach sie die Schule ab und ging mit ihrem Freund nach Amerika. Sie setzte sich selbst die Frist, bis zu ihrem 23. Geburtstag ein Buch veröffentlicht zu haben, was ihr auch gelang. Jana Frey holte das Abitur nach und absolvierte zuerst erfolgreich ein Studium der Literatur in Wiesbaden und studierte anschließend noch Kunst und Geschichte in Frankfurt am Main. In dieser Zeit engagierte sie sich auch stark in der Jugendarbeit und konnte dabei viele Anregungen für ihre Bücher sammeln.

Werk

Jana Frey hat zahlreiche Kinder- und Jugendbücher publiziert, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Besonders mit ihren authentisch erzählten Jugendromanen hat sie sich einen Namen gemacht.-Der Großteil von Jana Freys Werk gehört zum Genre der problemorientierten Kinder- und Jugendliteratur.

Die Protagonisten ihrer Bücher sind teilweise realen Personen nachempfunden, die die dargestellten Situationen selbst erlebt haben. Für die Verarbeitung dieser Erlebnisse in ihren Romanen hat Jana Frey sich oftmals viele Male mit den Jugendlichen getroffen. Ihr erster Jugendroman Das eiskalte Paradies erschien 1994. Er erzählt die Geschichte der 15-jährigen Hannah, die bei den Zeugen Jehovas aufgewachsen ist und versucht, sich aus dieser Glaubensgemeinschaft zu befreien.

Jana Frey behandelt vor allem Problemthemen wie Gewalt, Drogen und Magersucht. Man findet allerdings auch eine Vielzahl anderer Problemfelder, was ihr die Kritik einbrachte, dass sie Problemthemen für ihre Bücher lediglich abarbeite.

Allerdings schreibt Jana Frey auch über sogenannte “Heile-Welt“-Themen und hat 2007 in einem Online-Interview die Ansicht geäußert, dass Menschen, um kämpfen zu können, eine Vorstellung vom Guten brauchen (Interview mit Jana Frey (30.03.2012)). Ihr Spektrum reicht von Bilder und Erstlesebüchern bis hin zu Romanen für Leser aller Altersstufen. Der Titel Höhenflug abwärts (2003) brachte Jana Frey 2004 eine Nominierung für den deutschen Kinder- und Jugendbuchpreis ein. Jana Frey hat als Kleinkind ein Jahr in Istanbul gelebt und mag das Land und die Sprache. Die Kulturkonflikte von Deutschen türkischer Abstammung verarbeitet sie in  ihrem Buch Ich, die Andere. Auslösendes Moment für Jana Frey, dieses Buch in Angriff zu nehmen war die Ermordung einer jungen Türkin durch ihren eigenen Bruder in Freys Heimatstadt im Sommer 2005. Frey hat sich neben dem Koran auch intensiv mit dem Christentum befasst.

Zwei ihrer Bücher sind verfilmt worden. Zum einen Der Kuss meiner Schwester (1997, 2006 veränderte Neuausgabe, Verfilmung 2000), in dem es um den 16jährigen Mattis geht, der sich in seine Zwillingsschwester verliebt und zum anderen Rückwärts ist kein Weg (2003, Verfilmung 2011), das von den Problemen einer Teenagerschwangerschaft handelt. Beide Bücher beruhen auf wahren Begebenheiten. Jana Frey arbeitet unter anderem auch für das Fernsehen.

Populärrezeption

Die Rezeption ihrer Bücher kann allgemein als positiv beschrieben werden. Besonders ihre problemorientierten Jugendbücher finden beim Zielpublikum, den Jugendlichen, sehr viel Anklang. Immer wieder wird betont, dass ihre Bücher emotional beim Leser ankommen, spannend und informativ sind und ein großes Identifikationspotenzial, besonders für jugendliche Leser bieten. So verwundert es auch nicht, dass einige ihrer Bücher bereits Einzug in deutsche Klassenzimmer gehalten haben.

Kritische Stimmen werden oftmals da laut, wo Leser selbst in Berührung mit den von ihr thematisierten Problemen gekommen sind. Die Bearbeitung dieser Probleme wird zuweilen als klischeehaft, oberflächlich und den wirklichen Tatsachen nicht entsprechend gesehen.

Zudem wird Jana Frey von einigen ihrer Leser vorgeworfen, dass vereinzelte Jugendbücher eine große inhaltliche Nähe zu anderen Jugendbüchern aufweisen.

Literatur

Krebs, Thorsten: Materialien und Kopiervorlagen zu: Jana Frey: Radikal. Garching: Hase und Igel, 2006.

Internet

Ewers, Hans-Heino: Zu unrecht verschmäht. Problemliteratur für Jugendliche und die Gat-tung der Problemerzählung. Vortrag auf der Kinder- und Jugendliteraturtagung in der Evangelischen Akademie Tutzing, 16. bis 18. Juni 2006. http://user.uni-frankfurt.de/~ewers/word-dl/Vortrag%20Tutzing%202006.pdf (31.03.2012).

Pabst, Lea: Ein Unterrichtsmodell zu Jana Frey: Frido XXL. München: dtv junior, 2010  (Lesen in der Schule mit dtv junior). Klassenstufe: 4-6. www.dtv.de/_pdf/lehrermodell/71391.pdf (31.03.2012).

http://www.hoppsala.de/index.php?menueID=323&contentID=1773

http://www.loewe-verlag.de/autoren/autor-93_frey_jana-interview.html

http://www.perlentaucher.de/autoren/880/Jana_Frey.html


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