Konferenz: Poetiken der Kindheit. Literarische Epistemologien einer modernen Diskursfigur

 

[09.03.2017]

In den Geistes- und Kulturwissenschaften verläuft die Auseinandersetzung mit der Kindheit unter der wesentlichen Prämisse, dass diese nicht als biologisches Phänomen, sondern als Diskursfigur zu verstehen ist, die eine eigene Geschichte besitzt. Diesem Themenkomplex widmet sich vom 22. bis zum 24. März eine internationale Konferenz an der Universität Zürich. 

Nach der bahnbrechenden Studie von Philippe Ariès wird die "Entdeckung der Kindheit" in der europäischen Moderne gemeinhin als Folge eines Prozesses beschrieben, der in der Frühen Neuzeit beginnt und um 1800 seine explizite lebensweltliche und diskursive Ausformung findet. Dabei setzt sich die Ansicht durch, dass die frühe Lebensphase der Kindheit nicht mehr als defizitäres Übergangsstadium, sondern als eigenwertige, von der Welt der Erwachsenen separierte Lebens- und Denkwelt zu verstehen ist. In der Art einer "black box" (Luhmann) gilt Kindheit nunmehr als schwer zugänglicher Raum vor der symbolischen Ordnung, der nicht nur besondere Wissensanstrengungen auf sich zieht, sondern auch zu Projektionen und Fiktionen einlädt. Die ästhetische, epistemologische und diskursive Funktion zu ermessen, die der Literatur in dieser vermeintlich noch jungen Geschichte der Kindheit zukommt, ist Hauptanliegen der Konferenz.

Das Programm der Konferenz können Sie hier einsehen.

22. - 24. März 2017, Universität Zürich
Tagungssaal im Gebäude RAA, 2. Stock, Aula G-01
Rämistrasse 59, 8001 Zürich

[Quelle: H-Germ]

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