Münsterschwarzach, 24. bis 26. September 2013

Unter dem Titel »Der Mensch hinter den Märchen. Vom homo narrans und seiner Wirkung« beschäftigen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung in Vorträgen und Arbeitsgemeinschaften mit Fragen der Repertoireerschließung, der Bedeutung des Aufkommens von Buchmärchenvorlagen oder der Funktion des Erzählens in mündlich, halbschriftlich und schriftlich geprägten Erzählgemeinschaften verschiedenster Ethnien. Aber auch nach dem neuere Phänomen »Storytelling« wird gefragt, etwa wie dieses sich vom traditionellen Erzählen unterscheidet.

In diesem Jahr wird nicht nur die Kunst des Märchenerzählens im Mittelpunkt stehen, es geht auch um die großen Erzählerpersönlichkeiten und deren Repertoires. Damit richtet sich der Blick auf die Menschen, die hinter den Märchentexten stehen, so wie diese uns heute in schriftlicher Form vorliegen. Aber auch in vorschriftlichen Zeiten und in allen Kulturen gab es einige Erzähler und Erzählerinnen, die mit ihrer Sonderbegabung herausragten.

  • Was waren das für Charaktere, wie kamen sie zu ihrem ganz persönlichen Repertoire?
  • Welche Bedeutung hatte das Aufkommen von Buchmärchenvorlagen für sie?
  • Welche Geltung hatten sie in vorwiegend noch mündlichen Kulturen, wie war ihr Status und ihr Selbstverständnis in der Gesellschaft und wie, wo, wem und warum erzählten sie gerade diese und keine anderen Geschichten?
  • Welche Funktion hatte das Erzählen in mündlich und dann in halbschriftlich und schriftlich geprägten Erzählgemeinschaften verschiedenster Ethnien?
  • Wie waren diese Erzählenden motiviert?

Diese und ähnliche Fragen betreffen nicht nur die internationale historisch-vergleichende Feldforschung, sie zielen auch auf ein neueres Phänomen, das man als »Storytelling« bezeichnet:

  • Was unterscheidet dieses »Storytelling« vom traditionellen Erzählen?
  • Ist es freier und weniger an kollektive Überlieferungen gebunden, als das herkömmliche Erzählen von Märchen und verwandten Gattungen?

Im Fokus werden aber auch berühmte deutschsprachige Erzähler und Erzählerinnen des 20. Jahrhunderts stehen, wie beispielsweise Rudolf Geiger, Lisa Tetzner, Elsa Sophia von Kamphoevener, Charlotte Rougemont und Vilma Mönckeberg-Kollmar, deren Portraits erst ansatzweise nachgezeichnet worden sind. Das Ziel dieser Tagung ist auch, Pädagogen zu motivieren, selbst zu erzählen. Wahre Pädagogen sollten Erzähler sein!

Unter der fachkundigen Leitung von Jürgen Janning und Prof. Dr. Sabine Wienker-Piepho sind als Referentinnen und Referenten Prof. Dr. Siegfried Becker, Jasmin Beer M. A., Prof. Dr. Ruth Bottigheimer, Pauline Lörzer, Prof. Dr. Siegfried A. Neumann, Lubomir Suva, Prof. Dr. Kristin Wardetzky, Dr. Rainer Wehse und Helga Zitzlsperger eingeladen.

Die Tagung richtet sich an Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen und an Erzieherinnen und Erzieher sowie an alle am Märchen Interessierten.

Alle Informationen zur Tagung sowie zur Anmeldung finden Sie hier. Das Programm können Sie hier lesen.

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