Der Romanistentag 2013, der  vom 22. bis zum 25. September in Würzburg stattfindet, enthält in diesem Jahr auch die Sektion "Kinder- und Jugendliteratur der Romania". Die Sektionsleitung unterliegt Roland Ißler (Bonn) und Ludger Scherer (Köln/Bonn).

In der deutschsprachigen Romanistik ist die Kinder- und Jugendliteratur noch nicht als systematisches Forschungsfeld etabliert, dabei stammen doch mit Don Quijote, Pinocchio, Petit Prince und Petit Nicolas, um nur einige Beispiele zu nennen, zahlreiche zu Kinderbuchklassikern avancierte Werke aus den romanischen Literaturen. Zudem bietet dieses Gebiet in besonderer Weise die Chance, den Herausforderungen der jüngsten Studienreformen zu begegnen und innovative Forschung mit praxisrelevanter Lehre und fachdidaktischer Anwendung in interdisziplinärer Zusammenarbeit zu verbinden.

Die skizzierte Lücke soll in dieser Sektion angegangen werden, indem auf der einen Seite grundsätzliche Fragen dieses neuen romanistischen Forschungsfeldes diskutiert werden, so etwa definitorische Probleme der Gegenstandsbestimmung (intentionale – spezifische – sanktionierte – adaptierte Literatur), die historische Entwicklung, der Bezug zum Schulunterricht und zu gesellschaftlichen Institutionen und Instanzen, die Abgrenzung von der Erwachsenenlektüre resp. die Verwischung dieser Grenze. Andererseits wäre der implizite und explizite Kanon der romanischen Kinder- und Jugendliteratur zu untersuchen, wobei neben literaturgeschichtlichen und -theoretischen Aspekten beispielsweise auch solche der internationalen Vermarktung anzusprechen wären. Es geht also um das gesamte literarische Feld von Produktion, Distribution und Rezeption, Zuschreibung und Aneignung, Anleitung und Verführung zum Lesen.

Zur Sprache kommen sollen entsprechend Werke für Kinder und Jugendliche aus allen relevanten Genres wie Lyrik, Narrativik, Märchen, Bilderbuch, Comic, Sachbuch, Hörspiel, Theater und Film. Angesichts der aktuell unzureichenden Forschungslage in der Romanistik sind Impulse aus den seit längerer Zeit umfassend aktiven Nachbardisziplinen Germanistik, Anglistik und Komparatistik sicher gewinnbringend. Die Zahl der möglichen Untersuchungsansätze ist groß, zu denken ist beispielsweise an die nationalen wie internationalen Kanonbildungen unter literarhistorischen, soziologischen, psychologischen, ideologiekritischen oder geschlechtsspezifischen Aspekten, an Fragen der interkulturellen Vermittlung und Kompetenzbildung, der Übersetzung und intermedialen Transformation, der Poetik, der ästhetischen Bewertung beliebter Werke von Seiten der universitären und feuilletonistischen Literaturkritik und der Rolle bekannter Autorinnen und Autoren in der Kinder- und Jugendliteratur.

Mithilfe der Beiträge zu den unterschiedlichen angesprochenen Bereichen sollen Grundlagen für die weitere längerfristige systematische Erforschung dieses kulturellen Feldes gelegt, vorhandene Ansätze aufgegriffen und neue Fragestellungen entwickelt werden.

Alle Informationen zur Sektion, zu den ReferentInnen, den Abstracts und dem Zeitplan finden Sie hier.

 

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