Graduiertenkolleg "Faktuales und Fiktionales Erzählen"
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
25.10.2013-26.10.2013, Freiburg

Ein Desiderat der Erinnerungsforschung ist die Differenzierung der Art und Weise, wie verschiedene Medien Sinn mitkonstituieren und unter welchen Vorraussetzungen sie mit welchen Darstellungsmodi interagieren. Was sind die sozialen oder kulturellen Umstände, in denen Visualität und Erzählung eine sinnstiftende Verbindung eingehen?

Das Zusammenwirken von visuellen Medien und schriftlichem Erzählen, so die Untersuchungsidee des beantragten Workshops, scheint im Kontext der Konstruktion kollektiver Erinnerung eine besondere Rolle zu spielen. Hier wäre als Beispiel das Historienbild und dessen literarische Bearbeitung mit dem Ziel der Stärkung nationaler Identität zu nennen, oder das Begreifbarmachen ökonomischer "Krisen" im Modus des Diagrammatischen. Narrative, durch die im Sinne von Hirschs postmemory die personalen Erinnerungen vorangegangener Generationen einverleibt werden, kommen ohne die affektive Wirkung des Familienbildes nicht aus. In fiktionalen Narrativen werden visuelle Zeugnisse genutzt, die als Knotenpunkt von Erzählungen eingesetzt werden, als Außen- oder intertextuelle Referenzen. Gerade in Interferenzbereichen zwischen "realreferentieller", also faktualer, und fiktionaler Narration zeigt sich das Ensemble von Visualität und Text als Bedeutungszusammenhang. Dies gilt verstärkt für Konventionen, mit Hilfe derer wir kollektive Erinnerung und kollektiven Sinn konstruieren. Wenn zusätzlich Räume, die zum Zweck einer gewissen "Narration" Bilder versammeln und daher
hochgradig artifiziell sind, etwa als faktuale Referenzpunkte in Fiktionen aufgerufen werden, erscheint uns die Idee des Erzählens durch und mit visuellen Medien als mehrfach in sich gewendetes Unterfangen, das eine genaue Untersuchung erfordert.

Der Workshop fragt so nach den Voraussetzungen der Inszenierung visueller Medien in Narrationen - stellen diese Medien in besonderem Maße Interferenzen zwischen faktualer und fiktionaler Erzählung her?

Im Forschungsworkshop soll mit Fokus auf visuelle Medien als Knotenpunkte von Erzählungen bewußt eine spezifische intermediale Konstellation herausgelöst und untersucht werden.

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MI 23.10. 18.00
HS 1010, KG I, Universität Freiburg
Abendvortrag von Andrew Hoskins (Glasgow)

FR 25.10. Seminarraum FRIAS

9.50-10.00
Willkommen und Einführung

10.00 -12.00
"Sehendes Erzählen" : Interaktionen zwischen Bild und Text
Barbara Wodarz
Kommentar: Peter Kuon (Salzburg)

Lunchbuffet am Ort

13.30-15.30
Literarische Geschichtsbilder in historischen Romanen und
historiographischen Schriften des 19. Jahrhunderts
Annette Schöneck
Kommentar: Kirsten Dickhaut (Koblenz / Landau)

Kaffee

16.00-18.00
CCTV beyond surveillance: memory
Nicole Falkenhayner
Kommentar: Jörn Ahrens (Gießen)

19.30
Abendessen im Restaurant "Kaiser"

SA 26.10. Seminarraum FRIAS

9.00-11.00
Das sieht man doch: Charts und Graphiken als narrative Realitätsanker.
Patrick Galke
Kommentar: Andreas Langenohl (Gießen)

Kaffee mit Brötchen

11.30-13.30
Gemälde fallen aus dem Rahmen. Narrative Gegenstimmen im Kanon der
Geschichte.
Bettina Korintenberg
Kommentar: Markus Rautzenberg (Berlin)

13.30-14.00
Abschlußdiskussion

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Nicole Falkenhayner

Englisches Seminar, Rempartstr. 15, 79085 Freiburg
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

GRK "Faktuales und Fiktionales Erzählen"
<http://www.grk-erzaehlen.uni-freiburg.de/>

URL zur Zitation dieses Beitrages
<http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=22796>

 

 

 


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