von Kjara von Staden

Jedes Jahr im Herbst (2017: 15. November - 3. Dezember) öffnet die Münchner Bücherschau für 18 Tage etwa 160.000 BesucherInnen die Tore und stellt im Münchner Kulturzentrum Gasteig Bücher und Medien der Bereiche Belletristik, Kunst und Kultur, Sachbuch, Wissenschaft und Technik, Bavarica, Hörbuch und nicht zuletzt auch der Kinder- und Jugendliteratur vor. Die Bücherschau junior richtet sich im Frühjahr jedes Jahres noch einmal gesondert an Kinder und Jugendliche, Eltern und Erzieher.

Dieser Eintrag betrachtet zunächst die Münchner Bücherschau und ihre Historie, stellt das Angebot und die Veranstaltungen der Messe vor und gibt einen Überblick über das Programm für Kinder und Jugendliche. In einem nächsten Schritt wird die Bücherschau junior mit ihren Aktionen und Ausstellungen näher beleuchtet.

Quelle: Münchner Bücherschau

Die Münchner Bücherschau und ihre Historie

Die Bücherschau wird seit 1960 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels Bayern und dem Kulturreferat der Stadt München veranstaltet und ist Teil des Literaturfests München. Der Eintritt ist kostenlos, die Veranstaltungen werden nach Schwerpunkten strukturiert. Eine Besonderheit dieser Messe ist, dass sie keinen Handel anbietet, sondern sich auf die Vorstellung von Büchern und Medien konzentriert. Dabei versammeln sich über 300 Verlage, die viele Bereiche der Literatur abdecken. Verlagsvertreter sind allerdings nur selten vor Ort, die Bücher werden zur Ansicht nach München geschickt. Auch nationale und internationale Autoren und Autorinnen sind anwesend, halten Lesungen und beantworten in Autorengesprächen Fragen. In der sogenannten "Hörbar" können aber auch Hörbücher rezipiert werden.

Die Bücherschau stellte 1960 im Münchner Stadtmuseum erst einmal nur bayerische Verlage vor, da der Werbeausschuss des Börsenvereins die Messe zunächst als "Leistungsschau" bayerischer Verlage ansah. Erst 1984 präsentierten auch Verlage, die nicht in Bayern ansässig waren, ihr Programm. Nach dem Mauerfall waren Verlage aus den neuen Bundesländern bei der Bücherschau anwesend. Aber nicht nur hinsichtlich der ausstellenden Verlage gab es bei der Messe Veränderungen. Aufgrund der stetig steigenden Besucherzahlen zog die Bücherschau gleich zweimal um: 1967 in das Haus der Kunst, 1990 in das Kulturzentrum am Gasteig. Auch der Trend der Multimedialität erreichte die Bücherschau 1995 und blieb vier Jahre ein großes Thema. Bis heute werden immer neue Schwerpunkte gelegt und neue Ideen ausgearbeitet. 1967 gab es beispielsweise einen Vorlesewettbewerb für Großmütter, 1970 schon eine erste Multimedia Sonderschau, die die Vorteile audiovisueller Unterrichtsgeräte präsentierte.

Quelle: Münchner Bücherschau

Kinderangebot auf der Bücherschau

Die Bücherschau engagiert sich intensiv für die Leseförderung von Kindern. In Zusammenarbeit mit dem Kultur und Spielraum e. V. werden Lesungen und Mitmachaktionen organisiert, bei denen Kinder und Jugendliche in einen engen Kontakt mit Büchern und Hörbüchern gebracht werden sollen. So werden im Rahmen des Schulklassenprogrammes bekannte SchriftstellerInnen wie Cornelia Funke oder Lola-Autorin Isabel Abedi zu Lesungen eingeladen. Die sogenannten Lesereisen sollen den Kindern wiederum die Bücherschau auf eine spielerische Art näher bringen. Es werden beispielsweise Rallyes veranstaltet, um die kleinen Besucher auf eigene Entdeckungsreisen zu schicken. Tatendrang ist außerdem auch bei den Aktions- und Mitmachprogrammen gefragt, bei denen unter anderem Comics gezeichnet und Bücher selbst gebunden werden können.

Auch für die ganze Familie hält die Bücherschau ein Programm bereit. Vorlesewettbewerbe für Eltern, bei denen die Kinder entscheiden, wer den Preis für den besten Vorleser verliehen bekommt, werden jedes Jahr zu einem großen Spaß für Klein und Groß. Ebenso versprechen die Fragestunden mit Wissenschaftlern, die neugierigen Kindern alle möglichen Erklärungen geben müssen, Unterhaltung.

Ein weiteres Highlight auf der Münchner Bücherschau ist die Ausstellung "Die 100 Besten", bei der die 100 interessantesten, schönsten und lesenswertesten Kinder- und Jugendbücher vorgestellt werden. Diese Titel werden von drei Kinder- und Jugendliteratur-Expertinnen (derzeit Ulrike Schultheis [Buchhändlerin], Roswitha Budeus-Budde [Süddeutsche Zeitung] und Hilde Elisabeth Menzel [freie Rezensentin]) aus den Neuerscheinungen des Jahres ausgewählt. Nach der Bücherschau werden die Bücher in einer Liste im Internet hochgeladen. Auf Anfrage kommt die Ausstellung "Die 100 Besten" nach der Bücherschau aber auch in Münchener Schulen sowie Kinder- und Jugendeinrichtungen, um dort den kleinen und großen Lesern die Titel zugänglich zu machen. Nach Ende des Schuljahres werden die Bücher dann an eine Schulbibliothek übergeben. Dasselbe Konzept wird auch auf die Bücherschau junior übertragen, allerdings unter dem Titel "Kinder- und Jugendbücher druckfrisch". Die drei Expertinnen sind hier momentan Birgit Franz, (Leiterin Verlagsprogramm der Bücherschau) Sylvia Mucke (Chefredakteurin Zeitschrift Eselsohr) und Christine Paxmann (Herausgeberin Zeitschrift Eselsohr).

Quelle: Münchner Bücherschau

Münchner Bücherschau junior

Obwohl die Münchner Bücherschau schon ein breites und vielfältiges Angebot für Kinder und Jugendliche hat, veranstaltet der Börsenverein in Kooperation mit dem Kulturreferat seit 2007 jedes Jahr im Frühjahr die Bücherschau junior. Ausgestellt werden nicht nur Bücher, sondern auch Spiele, CD's, Hörbücher, Games und andere Medien. Genau wie auf der Bücherschau werden die Titel auch hier nur ausgestellt und nicht verkauft. Neun Tage lang können sich Kinder, Eltern und Erzieher im Stadtmuseum über das Angebot von 90 Kinder- und Jugendbuchverlagen informieren und an vielen weiteren Programmen teilnehmen, die denen der traditionellen Bücherschau ähneln. So gibt es Autorenlesungen und Spiel- sowie Mitmachaktionen. Speziell für Eltern, Erzieher und Lehrer werden Informationsveranstaltungen angeboten, in denen Bücherexperten, Pädagogen und Autoren über die Entwicklungen und Trends auf dem Kinder- und Jugendbuchmarkt fachsimpeln. Das Vormittagsprogramm ermöglicht es Gruppen aus Kindergärten und Schulklassen, AutorInnen Fragen zum Schreiben einer Geschichte, Kreieren einer Figur und Veröffentlichen eines Buches zu stellen. Ebenso die Leselounges, in denen die rund 19.000 Besucher gemütlich schmökern können und die Sonderausstellungen zu Themen wie "Mehrsprachige Bücher", "Bücher für Erstleser" und "Schullektüren" finden jedes Jahr großen Anklang.

Quelle: Münchner Bücherschau junior

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