Wann ist ein Wikinger ein echter Wikinger?

von Annika Kramer

In Michael "Bully" Herbigs Film kommen kleine Stars ganz groß raus. Im Mittelpunkt steht dabei der schüchterne und ängstliche Wickie, der zwar nicht mit besonderer Stärke wie sein Wikingervater, dafür aber mit Intelligenz und Gerissenheit überzeugen kann.



Inhalt

Als Sohn des kräftigen Dorfhäuptlings Halvar weiß Wickie eigentlich genau, wie man sich als richtiger Wikinger verhalten sollte. Man muss stark sein und natürlich keine Angst vor wilden Tieren oder anderen bösen Landsleuten haben. Das alles weiß Wickie zwar, ist aber im Gegensatz zu seinem Vater schmächtig, ängstlich, ziemlich klug und äußerst liebenswert. Eigenschaften, die Halvar in Bezug auf Wickies Zukunft als tapferer Wikinger zu Denken geben. Doch als Wickie seinen Vater zu einem Wettbewerb herausfordert, kann er ihm zeigen, dass nicht immer der Stärkere gewinnt. Wickies Klugheit zahlt sich aus und Halvar muss ihm widerwillig einen Wikingerhelm schenken und den kleinen Wickie als Wikinger anerkennen. Als jedoch kurz darauf der schreckliche Sven und sein Gefolge das Dorf Flake, in dem Wickie und seine Freunde wohnen, überfallen, werden alle Kinder entführt – alle, bis auf Wickie, der durch einen glücklichen Zufall den Fängen der bösen Wikiniger entkommen kann. Kurz darauf machen sich die kräftigen Männer aus Flake auf den Weg, um ihre Kinder zu befreien. Da Wickies Freundin Ylvi auch entführt wurde, versteckt er sich auf dem Schiff, um bei der Befreiung Ylvis mitzuhelfen.

Verleih: Constantin Film

Kritik

Auf dieser abenteuerlichen Reise kann Wickie seinem Vater, den anderen Wikingern und den Kindern aus dem Dorf beweisen, was in ihm steckt und dass ein kluges Köpfchen manchmal mehr hilft als Kraft und Stärke. Denn die Befreiung der Kinder aus den Klauen des schrecklichen Sven, der sie nur dazu benötigt, um an einen versteckten Schatz zu kommen, ist größtenteils Wickie zu verdanken, der mit seinen cleveren und mutigen Ideen nicht nur die entführten Kinder, sondern letztendlich auch alle starken Männer – inklusive seines Vaters Halvar – retten kann.

Als Grundlage für den von Christian Becker produzierten Film, bei dem Michael "Bully" Herbig Regie führte, gelten die Buchreihe Vicke Viking des schwedischen Autors Runer Jonsson sowie die Kinderzeichentrickserie Wickie und die starken Männer. So tauchen neben der Titelmelodie auch andere Details aus der Serie im Film auf, beispielsweise der Sternenhintergrund, wenn Wickie wieder eine seiner zündenden Ideen hat. Ansonsten sind die Figuren der Wikinger und besonders die des kleinen Wickie stark an die Zeichentrickvorlage gebunden, was es dem Zuschauer leichter macht, sich im Film zurechtzufinden. Auch durch die Besetzung der Nebenrollen durch namhafte Schauspieler wie Nora Tschirner, Christoph Maria Herbst oder Jürgen Vogel gewinnt der Film an Darstellungskraft. Als Wickie überzeugt hierbei Jonas Hämmerle durch seine glaubhafte Darstellung des ängstlichen, aber genialen Wikingersohns. Dass Michael "Bully" Herbig als Regisseur seine Finger mit im Spiel hatte, wird durch die trotz der Boshaftigkeit des schrecklichen Sven humorvolle Geschichte und seine eigene Präsenz als wiederkehrender Dokumentator Ramon Martinez Congaz im Film deutlich.

Die Geschichte um den rothaarigen Wikingerjungen Wickie zeigt, dass jeder Mensch – ob Wikinger oder nicht – Schwächen hat, die jedoch nicht unbedingt dazu führen, sich verstecken oder schlecht fühlen zu müssen. So ist nicht nur Wickie eher schüchtern und schwach, sondern auch die vermeintlich starken erwachsenen Wikinger haben ihre Fehler. Denn durch einen Rückblick im Film auf die Jugend von Wickies Vater Halvar wird deutlich, dass dieser als kleiner Junge selbst ziemlich ängstlich war – noch ängstlicher, als dies Wickie selbst in seiner Kindheit ist. Auch beispielsweise Tjure, der sich im ständigen Streit mit Snorre befindet und sich so als starken Wikinger darstellt, wird beim Abschied von seiner Frau sentimental. Und Faxe, der aufgrund seiner Statur als furchteinflößend und äußerst kräftig eingeschätzt wird, ist eigentlich in seinem tiefsten Inneren ein eher schüchterner Mensch, was sich in seiner zurückhaltenden Art gegenüber der schönen Lee Fu zeigt.

Fazit

Alle diese kleinen Schwächen zeigen sowohl dem jungen als auch dem erwachsenen Publikum, dass eben nicht jeder Mensch perfekt ist – noch nicht einmal ein starker Wikinger. Und gerade das macht den Film und seine Schauspieler so sympathisch.

Titel: Wickie und die starken Männer
Originaltitel: Wickie und die starken Männer
Produktionsland: Deutschland
Produktionsjahr: 2009
Dauer: 87 Minuten
Altersfreigabe: Ohne Altersbeschränkung
Erscheinungsdatum (Deutschland): 09.09.2009
Verleih: Constantin Film
Einspielergebnis: unbekannt
Regisseur: Michael Bully Herbig
Drehbuch: Michael Bully Herbig, Alfons Biedermann
Darsteller: Jonas Hämmerle (Wickie), Waldemar Kobus (Halvar), Mercedes Jadea Diaz (Ylvie)
Kamera: Gerhard Schirlo
Musik: Ralf Wengenmayr
Schnitt: Alexander Dittner
Produzent: Michael Bully Herbig, Christian Becker, Anita Schneider, Martin Moszkowicz

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