Quelle: Leipziger Lesekompass

Ein Lesekompass für Kinder und Jugendliche

Von Philip Grimm

Auf der diesjährigen Buchmesse in Leipzig wurde am 15. März erstmals der Leipziger Lesekompass ins Leben gerufen und erstellt. Er soll jungen Leserinnen und Leser eine Empfehlung für gute und lesenswerte Literatur an die Hand geben. Eine Jury wählt hierbei die besten Exemplare nach festgelegten Kriterien und möchte so nicht zuletzt auch sogenannten „Lesemuffel“ für Bücher begeistern.

Seit längerem schon sind die Ausrichter der zweitgrößten deutschen Buchmesse darum bemüht, insbesondere auch Kinder und Jugendliche mit guter Literatur zu versorgen und sie ans Lesen heran zu führen. In diesem Jahr gibt es dazu erstmalig auch ein konkretes Projekt, welche Kinder- und Jugendbücher nach Qualität bewertet und somit einen Leitfaden erstellt, anhand dessen junge Menschen gute Literatur ausfindig machen können. Der Lesekompass soll fortan in jedem Jahr neu erstellt werden und somit regelmäßig gute Kinder- und Jugendliteratur vorstellen. Prämiert werden sollen stets nur die Werke, welche im Zeitraum zwischen zwei Leipziger Buchmessen neu erschienen sind.

Die Gründe für die Einführung des Lesekompasses sind vielschichtig. Zum einen erscheinen jährlich in Deutschland jeweils um die 8.000 neue Kinder- und Jugendbücher. Eine eigenständige Auswahl gestaltet sich für junge Menschen deshalb mitunter sehr schwer, zumal es für Literatur sämtlicher Richtungen im Bereich der Erwachsenenliteratur viele Bestsellerlisten, Empfehlungen und Auszeichnungen gibt. Im Bereich der Kinderbücher ist eine Auswahl einer professionellen Jury jedoch bisher nur selten zu finden. Zum anderen soll die Lesekompetenz und das Interesse an Literatur geweckt werden. Der Erwerb einer solchen Schlüsselkompetenz ist erwiesenermaßen besonders im jungen Alter wichtig und kann schon früh über den späteren Erfolg in Schule, Ausbildung, Studium und Beruf mitentscheiden. Der Spaß am Lesen soll also geweckt werden. Die Auswahl kann auch für Lehrer von großer Bedeutung sein, da die Bücher teilweise besonders für den Schulunterricht geeignet sind.

Nachdem bereits im Vorfeld zu einer Buchmesse eine Vorauswahl von Vertretern der Stiftung Lesen getroffen wird, entscheidet im Endeffekt eine Fachjury darüber, welche Bücher prämiert werden. Die Aufgaben und Bewertungskriterien der Jury sind klar abgesteckt. Es gibt drei Kategorien, in welchen jeweils zehn Bücher bewertet werden. Hierbei werden Werke für Kinder von zwei bis sechs Jahren, für Kinder von sechs bis zehn Jahren und für Kinder von zehn bis 14 Jahren prämiert. Die Kriterien, welche im Endeffekt ein Urteil bilden sollen, sind die Inhalte, die Lesbarkeit, die Aufmachung, das Layout und die Eignung für das Lesen im Schulunterricht. Neben Büchern können auch Hörbücher und DVDs mit in die Auswahl genommen werden.

Drei der prämierten Bücher der diesjährigen Leipziger Buchmesse sind:

In der Kategorie von zwei bis sechs Jahren: Liselotte feiert Geburtstag von Alexander Steffensmeier.

In der Kategorie von sechs bis zehn Jahren: Wer hat sich da versteckt … und wird dann doch entdeckt von David M. Schwartz, Yael Schy und Dwight Kuhn.

In der Kategorie von zehn bis 14 Jahren: Schurken überall von Frank Schmeißer und Jörg Mühle.

Die Gesamtliste der prämierten Bücher und Medien finden sich auf der offiziellen Homepage der Leipziger Buchmesse unter www.leipziger-buchmesse.de/lesekompass/.


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