von Dorothea Pinker

Weder Särge noch Friedhöfe oder schwarze Umhänge finden sich in den Romanen aus Stephenie Meyers Twilight-Reihe. Doch obwohl die Attribute des klassischen Vampirromans fehlen, handelt es sich bei Bis(s) zum Morgengrauen um eines der weltweit erfolgreichsten Jugendbücher der letzten Jahre.

Meyer, Stephenie: Biss zum Morgengrauen
Aus dem Amerikanischen von Karsten Kredel
Carlsen, Hamburg 2006.
512 S., 19,90 €
ISBN 978-3551581495

Inhalt

Im ersten Band der Twilight-Saga trifft die unscheinbare Bella Swan auf den geheimnisvollen Vampir Edward Cullen. Obwohl es der attraktiven Bella in der Kleinstadt Forks an Verehrern nicht mangelt, hat sie doch nur Augen für Edward, der von einer außergewöhnlichen Aura umgeben zu sein scheint, die sie fasziniert. Bald verliebt sie sich in den schönen Einzelgänger, der ihr zunächst aber nur wenig Beachtung entgegenbringt.

Als in Edwards Gegenwart immer wieder merkwürdige Dinge geschehen, verlangt Bella nach Erklärungen. Schließlich erfährt sie von dem Geheimnis, welches Edward und seine Familie umgibt – und muss für die Liebe zu Edward ihr Leben aufs Spiel setzen. So sieht sich Bella das erste Mal dazu gezwungen, sich mit dem Tod und der eigenen Sterblichkeit auseinanderzusetzen…

Kritik

Twilight ist auf dem ersten Blick ein etwas kitschiger Vampirroman für die älter gewordene Harry-Potter-Generation. Der Erfolg des Romans beruht dabei nicht in erster Linie auf der Vampirthematik, welche schon seit dem 18. Jahrhundert in zahlreichen Romanen, Erzählungen und Filmen bearbeitet worden ist. Der klassische Vampirmythos mit seinen bekannten Themen, Stoffen und Motiven spielt bei Stephenie Meyer, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle. Stattdessen erschafft Meyer eine ganz eigene Welt, in der vor allem die Protagonisten und ihre Liebesgeschichte im Vordergrund stehen.

Die Figuren in Twilight dienen als Projektionsfläche für die Träume und Wünsche von modernen Teenagern und enthalten ein großes Identifikationspotential. So handelt es sich etwa bei der 17-jährigen Bella, um ein Mädchen, welches aufgrund seiner familiären Verhältnisse schon früh in die Rolle einer Erwachsenen hineinwachsen musste und somit das Schicksal einer Vielzahl von Teenagern in der heutigen Zeit teilt.

Fazit

Die Autorin verwebt Elemente des Teenagerromans mit denen einer ungewöhnlichen Vampirgeschichte geschickt zu einer fesselnden Love-Story und erschafft so ein ganz eigenes literarisches Universum, in das der Leser ganz eintaucht und dem er sich nicht entziehen kann.

Wer sich von der hysterischen Aufnahme der Twilight-Romane unter Jugendlichen nicht abschrecken lässt und dem Buch eine Chance gibt, den erwartet spannende Unterhaltung, welche so manchen schon unfreiwilligerweise mit dem Twilight-Fieber angesteckt hat.

Bis(s) zum nächsten Band…


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