de Saint-Exupéry, Antoine: Der kleine Prinz

von Julie-Seksane Atalan

Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry wurde in über 50 Sprachen übersetzt und erzählt die Geschichte einer tiefgehenden Freundschaft zwischen dem Ich-Erzähler und dem kleinen Prinzen, in deren Verlauf die Protagonisten schließlich zu existentiellen Einsichten über das Wesentliche im Leben und in der Freundschaft gelangen.

de Saint-Exupéry, Antoine: Der kleine Prinz.
Karl Rauch Verlag, Düsseldorf 2000.
94 S., 5,90 €
ISBN 978-3792000274

Inhalt

Die Erzählung beginnt mit der Notlandung des Erzählers in der Wüste, wo er auf einen kleinen Prinzen trifft. Dieser stammt von einem fremden Planeten, den er allein mit seiner Rose zusammen bewohnt. Unmittelbar nach dieser Begegnung setzt der kleine Prinz seine Reise fort. Bevor er jedoch zu seinem Heimatplaneten und zu seiner Rose zurückkehrt, besucht er zunächst zahlreiche andere Planeten.

Jeder Besuch eines fremden Planeten lässt den kleinen Prinz auf dessen jeweiligen Bewohner treffen. Dabei lernt er so unterschiedliche Charaktere wie einen König, einen Eitlen, einen Trinker, einen Geschäftsmann, einen Laternenanzünder und schließlich einen Geographen kennen. Sie alle verkörpern einen bestimmten Menschentypus, dessen Charaktereigenschaften jeweils negativ konnotiert sind und von dem kleinen Prinzen kritisch befragt werden.

Eine zentrale Begegnung findet auf der Erde statt: hier spricht der kleine Prinz mit einem Fuchs, von dem er lernt, was Freundschaft bedeutet. Die zentrale Lehre, die er aus diesem Zusammentreffen zieht, ist diese, dass man nur mit den "Augen des Herzens" wirklich sieht. Dies lässt den kleinen Prinzen an seine Rose denken und die Verantwortung, welche er für sie hat.

Gegen Ende der Geschichte wird der kleine Prinz im Beisein des Ich-Erzählers von einer Schlange gebissen. Wird es der kleine Prinz noch schaffen, auf seinen Planeten und zu seiner Rose zurückzukehren?

Kritik

Bei Saint-Exupérys Erzählung handelt es sich um eine moralische Geschichte, die in ästhetisch ansprechender Form nach universellen Werten sucht, welche den Kindern auf diese Art vermittelt werden sollen. Dabei geht es um Freundschaft, Menschlichkeit und Liebe, um elementare Werte also, die in allen zwischenmenschlichen Beziehungen eine Rolle spielen. Dies kleidet Saint-Exupéry in die prägnante Formel: "Das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar. Man sieht nur mit dem Herzen gut." (Saint-Exupéry, Antoine: Der kleine Prinz. 5. Auflage. Düsseldorf: Karl Rauch Verlag 1992.)

Diese moralischen Vorstellungen werden in einfach verständlicher Sprache in kleine anschauliche Geschichten innerhalb des Buches eingebettet. Dem oberflächlichen Streben nach Geltung und Bewunderung wird die Besinnung auf innere Wertvorstellungen entgegengesetzt, welche dem Blick des Herzens entspringen soll und nur so zu Erfüllung und Glück führen kann.

Der kleine Prinz ist immer auch als Kritik an bestimmten Formen der modernen Zivilisation zu verstehen, die stets Gefahr läuft den Blick für die wesentlichen Dinge zu verlieren. Dagegen appelliert die Erzählung an die Stimme des Herzens, auf die zu hören auch der Leser, so die Hoffnung, niemals aufgeben soll.

Fazit

Saint-Exupérys Erzählung appelliert an die ursprüngliche Wahrhaftigkeit einer kindlichen Weltsicht, die es erlaubt, der Welt und den Menschen vorurteilsfrei und kritisch zu begegnen. Der kleine Prinz geht ans Herz und kann mit seiner zeitlosen Thematik längst als Klassiker der Weltliteratur gelten.

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