von Jana Mikota

Eigentlich hat Walter Rüdibert von Knallinger immer die "Super-" oder die "Kackideen", mit denen er seine Freunde Fred und Tilda in unangenehme Situationen bringt. Doch dann werden sie Erfinder, entwickeln gemeinsam Ideen und basteln einen Limonaden-Sprudler, der ihnen den heißen Sommer versüßen soll. Erfindungen haben jedoch ihre Tücken und auch die Erfinder stürzen sich mit ihrer bahnbrechenden Idee – der Nobelpreis scheint nahe zu sein – in ein echtes Abenteuer!

Lena Hach: Der verrückte Erfinderschuppen. Der Limonaden-Sprudler.

Illustrationen von Daniela Kulot
Mixtvision, München 2017.
164 Seiten. 12,99 €
ISBN 978-3-95854-098-9.
Empfohlen ab 8 Jahren.

 

Inhalt

Die besten Freunde Fred, der sehr gut basteln und reparieren kann, Walter, der mit den Ideen, und Tilda, die gut zeichnen kann, treffen sich zu Beginn der Sommerferien im Garten von Tildas Oma, kümmern sich um ihre preisgekrönte Pudeldame Odetta und entwickeln mal "Superideen" und mal "Kackideen" (S. 5). Eines Tages beschließen sie, Erfinder zu werden und richten sich in dem ehemaligen Hühnerstall ihren Erfinderschuppen ein. Doch wann beginnt man mit dem Erfinden?, fragt sich nicht nur der Ich-Erzähler Fred. An einem heißen Sommertag im Garten? Aufgrund des "richtige[n] Schwitze-Sauna-Wetter(s)" (S. 18) fällt den Kindern das Denken schwer, zumal sie auch einen "Wahnsinnsdurst" (S. 18) haben. Sie träumen von einem Schwimmbad voller Limonade. Und schon ist sie da – die Idee: Der Limonaden-Sprudler, mit dem die Erfinder dafür sorgen wollen, dass die Limonade nie ausgeht und alle Kinder Limonade trinken können. Ähnlich wie die erträumte Limonade sprudeln auch die Gedanken und Ideen. Aber schon der erste Versuch geht gründlich schief, denn nicht nur die Zunge verfärbt sich gelb.

"In diesem Moment sehe ich, dass Walters Zunge gelb ist! […] Ihr kennt bestimmt auch diese Bonbons, die eine bunte Zunge machen. Manchmal kriegen auch die Zähne ein bisschen Farbe ab. Aber doch nicht die Lippen! Und das Kinn! Und die Nase! Und die Ohrläppchen! Aber genau das passiert mit Walter. Sein komplettes Gesicht färbt sich knallgelb! Von oben bis unten." (S. 48)

Nicht nur Walter wird gelb, auch die Pudeldame nascht von der Limonade und wird kurz vor einem Schönheitswettbewerb gelblich. Klar, dass Tildas Oma nicht begeistert ist. Damit ist aber auch klar, dass die Erfindung nachgebessert und vor allem vor den neugierigen Nachbarn versteckt werden muss. Denn die Erfindung eines Limonaden-Sprudlers ist wichtig und bringt die Menschen sehr voran.

 

Kritik

Lena Hach, die bereits mit Romanen wie Ich, Tessa und das Erbsengeheimnis überzeugen konnte, hat mit dem ersten Teil rund um die Erfinder Fred, Tilda und Walter eine vielversprechende und witzig geschriebene Serie erschaffen, die ganz nah an der Zielgruppe der Achtjährigen ist und sich unterhaltsam liest. Die Illustrationen von Daniela Kulot unterstreichen die Komik des Textes und damit bilden Autorin und Illustratorin ein kongeniales Duo, sodass man sich schon auf die weiteren Fortsetzungsbände freut. Bereits das erste Kapitel deutet die zahlreichen Sprachspiele und Neologismen an, die Lena Hach in ihrer Geschichte einflechtet: Immer wieder spielt sie mit dem Substantiv ‚Erfinder’, verbindet es mal mit Alarm, mal mit Schuppen und zeigt, wie kreativ Sprache sein kann. Kulot spinnt diese Ideen weiter, zeigt neben dem wohl bekanntesten Porträt Einsteins ein ähnliches von Walter, um die nahe Verwandtschaft der beiden Erfinder hervorzuheben. Immer wieder ergänzen sich Text und Bild. Jedes Kapitel ist mit einer Überschrift versehen, die Spannung weckt. Gleichzeitig wird so auch der Fortgang der Erfindung angedeutet, die immer chaotischer wird und die "Sprudler in Aktion" zeigt.

Lena Hach verpackt gekonnt die Bestandteile, die ein gutes Kinderbuch haben soll, in ihre Geschichte: drei Freunde mit vielen Ideen, eine coole Oma, ein geniales Versteck und mit den Nachbarn zwei Bösewichte, die die Kinder mit Argwohn beobachten. Gelungen ist zudem, dass trotz der schrägen Idee, einen Limonaden-Sprudler zu erfinden, die Geschichte an keiner Stelle in Slapstick versinkt und zu überdreht wird. Fred, der Ich-Erzähler, kommentiert mitunter trocken die Ereignisse und führt die Leserinnen und Leser durch die Geschichte. Es geht auch um die Freundschaft der drei Kinder, die trotz aller Erfindungen, im Mittelpunkt steht.

Die familiäre Situation der Kinder, die ihren gemeinsamen Alltag beeinflusst, gehört ebenfalls zum Handlungsverlauf. Tilda muss immer wieder auf ihre jüngeren Geschwister aufpassen, Walter im Restaurant seiner Eltern helfen und Fred mit seiner Mutter Spaghetti zu Abend essen. Ebenso gehört es zu Freds Altag, dass seine allein erziehende und gut aussehende Mutter auch mal Männerbesuch bekommt. Erwachsene spielen eine untergeordnete Rolle, schränken den Alltag der Kinder ein und lediglich Tildas Oma eröffnet ihnen Spiel- und Abenteuerräume, in denen sie ihnen ihren Garten überlässt. Die Kapitel sind kurz, die Geschichte spannend erzählt und der Umfang von fast 160 Seiten sowie die einfache Sprache machen den Limonaden-Sprudler zu einem echten Lesevergnügen für Kinder, auch für Wenigleser.

Fazit

Lena Hach ist ein unterhaltsamer Roman für Kinder ab acht Jahren gelungen, der ansprechend von Daniela Kulot illustriert wurde. Die zügig erzählte Handlung und der Sprachwitz des Erzählers ermöglichen Leserinnen und Lesern ab acht Jahren in die Geschichte einzutauchen und sich mit den Erfindern Fred, Walter und Tilda in ein spannendes Abenteuer zu stürzen. Und "Logopogo", dass die Fortsetzung "der wilde Oberwahnsinn" (S. 156) wird.

Diesen Roman können Sie im Rahmen unserer Adventskalender-Aktion bei einer Verlosung gewinnen. Schreiben Sie uns hierzu eine eMail mit Ihrem Namen, Ihrer Adresse und dem Titel des Buches am 21.12. an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Erstveröffentlichung: 17.12.2017


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