Angermayer, Karen Christine: Schnauze, es ist Weihnachten!

von Anna Stemmann M.A.

Für den Hund Bruno wird der eigentlich so besinnliche Advent zu einer turbulenten Zeit, denn plötzlich zieht die Katze Soja bei seiner Familie ein und sorgt für ordentlich Aufruhr. Die neue Mitbewohnerin will doch glatt, dass er Yoga macht, die Herrchen vergessen im Weihnachtsstress prompt den wöchentlichen Schlemmerknochen und zu allem Überfluss fallen die Streicheleinheiten nun komplett aus. Wann ist bloß endlich Weihnachten?

Angermayer, Karen Christine: Schnauze, es ist Weihnachten! Eine Adventsgeschichte in 24 Kapiteln.
Mit Illustrationen von Annette Swoboda
cbj, München 2013.
o.P., 9,99 €
ISBN 978-3570156667

Inhalt
Die 24 kurzen Episoden, täglich datiert vom 1. bis zum 24. Dezember, füllen jeweils eine Doppelseite und erzählen im Wechsel aus der Ich-Perspektive des Hundes Bruno und der Katze Soja. Vorangestellt ist für jeden Tag außerdem ein kurzes Vorwort eines Erzählers, das in die Szene einführt. Begleitet wird dieses Vorwort von einer ganzseitigen Illustration, die entweder Bruno oder Soja in verschiedensten Phasen der Weihnachtsvorbeitung zeigt und mit liebevollen Vignetten verziert ist. Da das ganze eine Adventsbuch ist und jeder Tag mit einer eigenen Episode aufwartet, sind diese Doppelseiten am Rande verschlossen und müssen entlang einer Perforierung erst vorsichtig Tag für Tag geöffnet werden.

Bruno und Soja erleben die aufregende Vorweihnachtszeit in ihrer ganz eigenen Wahrnehmung und erzählen dabei im Wechsel ihre gemeinsame Geschichte: Der gemütliche Bruno ist am ersten Dezember schon im besinnlichen Modus, immerhin ist er mittlerweile ein abgeklärter Weihnachtsprofi, als plötzlich die Katze Soja auftaucht. Ihr Frauchen ist verreist und so zieht sie nun für die nächsten Wochen ein. Die beiden können sich spontan nicht leiden, denn während Soja gesundheitsbewusst is(s)t und Bruno gar Yoga und Fitnessübungen verordnet, will dieser den Tag eigentlich nur auf seiner Kuscheldecke verbringen. Natürlich geraten die beiden beständig in diverse chaotische Situationen: Als Soja Bruno etwa heimlich mit Lametta verziert, wird dieser von der Nachbarin für eine außerirdische Erscheinung gehalten. Bruno wird daraufhin von der Polizei für eine Nacht inhaftiert und ist fortan noch weniger gut auf Soja zu sprechen. Es folgen weitere Zwischenfälle mit Christbaumkugeln, dem Weihnachtstruthahn und zu allem Überfluss fängt Soja an, im Schlaf zu sprechen ...

Es entwickelt sich im Verlauf dennoch eine tiefe Zuneigung der beiden, denn eigentlich mögen sie doch auch nicht ohne einander sein, und als Soja plötzlich verschwindet, setzt Bruno alles daran, seine Freundin zu finden. Schließlich geht natürlich alles gut aus und sie verbringen gemeinsam das Weihnachtsfest.

Kritik
In 24 liebevollen und kurzweiligen Episoden stimmt Karen Christine Angermayer in ihrem Adventskalenderbuch auf die Festtage ein. Die einzelnen Kapitel sind dabei jedoch nicht nur lose aneinandergereiht, sondern entwickeln konsequent die Freundschaft zwischen Bruno und Soja und ergeben im Ganzen eine spannende und gleichzeitig lustige Erzählung.

Besonders gelungen ist dabei die subjektive Wahrnehmung des Vorweihnachtstrubels aus der Perspektive der beiden Tiere: "Die Menschen reden doch immer von der Christmette. Mette, das kommt von Mettwurst." (o.P.) So sorgen viele Wortwitze, Missverständnisse und Sprachspielereien für eine vergnügliche Lektüre, die dabei oft auch den erwachsenen Mit- oder Vorleser anspricht und zum gemeinsamen Lesen einlädt: "Das habe ich von meinen Menschen gelernt, die neulich ein Seminar in Waldfreier Kominikution besucht haben. Oder hieß es Gewaltfreie Komplikation?" (o.P.)

Fazit
Das Adventskalenderbuch ist eine gelungene Lektüre, die die lange Zeit bis Weihnachten spannend verkürzen kann. Die Geschichte überzeugt mit den subjektiven Einsichten der beiden Tierprotagonisten, die viele komisch-lustige Situationen erzeugt. Ebenso ist die innovative Form des Buches mit zu öffnenden Seiten sehr gelungen. Besonders hervorzuheben ist außerdem noch das wunderschön illustrierte Cover und die Binnenzeichnungen, die mit viel Liebe zum Detail aufwarten.

Einen Überblick über weitere Weihnachtsbuchrezensionen finden Sie hier.

 

 

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