Im Wintersemester 2010/11 widmeten sich Annika Kurwinkel, Dr. Tobias Kurwinkel und Dr. Philipp Schmerheim einem der beliebtesten und literarisch einflussreichsten Kinderbuchautoren der vergangenen 50 Jahre: Michael Ende. Im Mittelpunkt des Lehr- und Forschungsprojekts standen nicht nur die Filmadaptionen, sondern auch die zahlreichen Marionettentheater- und Computerspieladaptionen sowie von Ende eigens für die Bühne geschriebene Stücke wie Das Traumfresserchen.

Internetseite Michael Ende Intermedial

Weitere Informationen bietet Ihnen die Internetseite des Projektes.

Die Umsetzung von Endes Erzählungen in verschiedenen Medien ist von erstaunlich kontroversen Diskussionen begleitet: So endete Michael Endes anfängliche Mitarbeit an der von Bernd Eichinger produzierten Adaption der unendlichen Geschichte letztendlich vor Gericht, wo Ende erfolglos versuchte, die laufenden Dreharbeiten zu stoppen. Den zahlreichen Adaptionen für das Puppen- oder Marionettentheater stand Ende hingegen offen und wohlwollend gegenüber, und mit dem Komponisten Wilfried Hiller entwickelte Ende in jahrelanger Zusammenarbeit Bühnenstücke wie Das Traumfresserchen, Tranquilla Trampeltreu oder Das Gauklermärchen.

Im Rahmen der Lehrveranstaltung erarbeiteten die Studentinnen und Studenten eigene Forschungsbeiträge, die sie auf der abschließenden Tagung im Düsseldorfer Filmmuseum vorstellten. Die Vorträge beschäftigten sich aus intermedialer Perspektive zum Beispiel mit der politischen Intention und späteren Kommerzialisierung von Endes Werk, mit der Zeit- oder Schildkrötenmotivik, aber auch mit Endes Beziehung zur Romantik und Künstlern wie Novalis.

Die Tagung wurde zu einem Treffen zwischen Michael-Ende-Forschern sowie Freunden und Kollegen des Autors von Momo. So konnten wir mit Wilfried Hiller sowie Endes Lektor und Adoptivsohn Roman Hocke zwei Gäste begrüßen, die eine enge Beziehung mit Michael Ende verbindet. In verschiedenen Gesprächsrunden offenbarten sie einen sehr persönlichen Blick auf Leben, Werk und Rezeption des Autors, sprachen über seine Arbeitsweise, sein Verhältnis zu Kunst, Musik, Film und dem (Marionetten-)Theater, aber auch über den Menschen Michael Ende. Anton Bachleitner, der Leiter des auf Adaptionen von Endes Werken spezialisierten Düsseldorfer Marionetten-Theaters, hat ebenfalls jahrelang mit Ende zusammengearbeitet und konnte aus praktischer Perspektive ein Schlaglicht auf den Adaptionsprozess von Endes Werken werfen. Dies gelang auch dem Theaterregisseur Georg Büttel, der u. a. Die unendliche Geschichte für die Theaterbühne umgesetzt hat und der Leiter der Phantastischen Gesellschaft in Garmisch-Partenkirchen ist, die sich der Pflege von Endes Werk verschrieben hat.

Auch die wissenschaftlichen Tagungsbeiträge beschäftigten sich aus verschiedensten Perspektiven mit Endes Werk. Prof. Dr. Winfred Kaminski von der Fachhochschule Köln entfaltete in seinem Eröffnungsvortrag den Horizont der Verarbeitung von Kindheit und Spiel in Michael Endes Werk, während Dr. Heidi Lexe über die Bedeutungskonstruktion des Mediums Buch im Werk Michael Endes sprach. Die an der Heinrich-Heine-Universität beheimatete Literaturwissenschaftlerin Hanna Hauch bezog das Tagungspublikum in ihren interaktiven Vortrag über die Brettspieladaption der unendlichen Geschichte ein. Weitere Referenten waren u. a. Jean-Pierre-Palmier (Universität Bielefeld), Prof. Alexandra Ludewig (University of Western Australia) und die Münsteraner Kinderbuchautorin Alexandra Fischer-Hunold, Nikolett Kovács (Universität Debrecen) sowie Dr. Andreas Seidler (Universität zu Köln).

Einen Tagungsbericht der Österreichischen Studien- und Beratungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur (STUBE) finden Sie hier, einen Vorbericht der Rheinischen Post hier.

Die Tagungsbeiträge werden im Rahmen der Buchreihe "Kinder- und Jugendliteratur Intermedial" bei Königshausen & Neumann in einem Sammelband erscheinen.

 

 


Alle Informationen zu dem Projekt "Michael Ende Intermedial" finden Sie auf der folgenden Internetseite:

www.ende.phil.hhu.de/

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