[12.07.2019]

Kinder- und Jugendliteratur erweist sich als ein Reich der Träumenden: Das Traum-Personal reicht von Marie Stahlbaum (aus E.T.A. Hoffmanns Nussknacker und Mausekönig) bis zum kleinen Häwelmann, von Carrolls Alice bis Kästners Emil, um nur einige Traum-Klassiker zu nennen. Traum-Motive und Träume als narrative Modelle durchziehen alle Erzählformate der Kinder- und Jugendliteratur- und -medien. Der vierte Jahrgang des Jahrbuchs der Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung widmet sich den historischen wie gegenwärtigen Dimensionen des Traums in Kinder- und Jugendliteratur und -medien. Abstracts können bis zum 10.10.2019 eingereicht werden.

Auch phänomenologisch besteht ein enger Konnex zwischen Traum, Erzählung und Kunst: Darauf deutet beispielsweise die Analogsetzung von Schreiben und Träumen hin oder die Bezeichnung des Kinos als 'Dream Screen'. Der Traum besitzt also offenbar eine schöpferische Qualität.

Die Vielzahl der Titel, die sich mit dem Phänomen des Träumens auseinandersetzen sowie deren Stellenwert allein innerhalb des Textkorpus der sog. Klassiker lassen vermuten, dass es in der Kinder- und Jugendliteratur- und -medienforschung eine entsprechend reichhaltige Forschungsliteratur zu dieser Thematik gibt, doch ist das Gegenteil der Fall. Zwar findet man in der inzwischen umfangreich vorliegenden Phantastikforschung diverse Schnittstellen zum Traum, doch eine fokussierte Auseinandersetzung mit Träumen in Kinder- und Jugendliteratur und -medien beispielsweise aus psychoanalytischer oder narratologischer Sicht, als Beitrag zur Utopie- bzw. Dystopieforschung, zu Fragen der Kulturgeschichte (beispielsweise hinsichtlich der Ästhetik der Nacht) oder Untersuchungen zum Traum im populärkulturellen Kontext sowie über den Traum als Metapher stehen bisher aus. Ertragreich scheint insbesondere auch das Feld der grafischen Literatur, des Hörspiels und des Films zu sein, sei es mit Blick auf entsprechende Gestaltungsformen (Poetik oder Ästhetik des Traums) oder auf die als kulturindustrielles System verstandene 'Traumfabrik'.

Die Beiträge sollten die vielfältigen Implikationen dieses komplexen Themas sowohl aus theoretischer als auch aus gegenstandsorientierter Perspektive in seinen unterschiedlichen erzählerischen und medialen Realisierungen (Romane, Kurzprosa, Lyrik, Theaterstücke, Bilderbücher, Comics, Graphic Novels, Hörmedien, Filme, Computerspiele) aufgreifen und vor dem Hintergrund ihrer Bedeutung für Kinder- und Jugendkultur diskutieren.

Mögliche Themen, Aspekte, Zugänge und Schwerpunkte, jeweils mit Bezug auf Kinder- und Jugendliteratur bzw. -medien, wären:

  • Narratologie
  • Psychoanalytische bzw. psychologisch fundierte traumtheoretische Zugänge
  • Utopie, Dystopie
  • Phantastik, phantastische Schreib- und Erzählweisen
  • Nacht, Ästhetik der Nacht
  • Horror und Angst
  • Schlaf der Vernunft
  • Traum als Metapher
  • Surrealismus

Allgemeiner Teil:

Über das Schwerpunktthema hinaus sind zudem bis zu drei offenen Beiträgen zu kinder- und jugendliterarischen/-medialen Fragestellungen aus historischer wie theoretischer Perspektive erwünscht; auch hier wird um entsprechende Vorschläge gebeten.

Formalia:

Auf große Resonanz wird gehofft und bei Interesse um die Zusendung von entsprechenden Angeboten für themenbezogene bzw. offene Beiträge gebeten – zunächst (d.h. bis zum 10.10.2019) in Form eines Abstracts (von nicht mehr als 300 Worten). Die Abstracts sollten außer einer kurzen inhaltlichen Zusammenfassung Angaben über die Fragestellung geben, den Bezug zu theoretischen Positionen herstellen sowie Literatur nennen, auf die sich der Beitrag stützt. Die Beiträge selbst sollten dann einen Umfang von 40.000 Zeichen (inkl. Fußnoten und Literaturverzeichnis) nicht überschreiten und den HerausgeberInnen spätestens bis zum 1.3.2020 als Word-Dokument vorliegen.

Bitte senden Sie Ihre Abstracts an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Ein Style Sheet wird nach Annahme der Abstracts verschickt.

Das Jahrbuch der Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung | GKJF 2020 wird im Dezember 2020 online veröffentlicht.

Jahrbuch der Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung|GKJF Herausgeber*innen

  • Prof. Gabriele von Glasenapp, Universität zu Köln
  • Prof. Emer O’Sullivan, Leuphana Universität Lüneburg
  • Prof. Caroline Roeder, PH Ludwigsburg
  • Prof. Michael Staiger, Universität zu Köln
  • Prof. Ingrid Tomkowiak, Universität Zürich

[Quelle: Call for Papers]

 

 


catchme refresh
Joomla Extensions powered by Joobi

Veranstaltungen

September 2019
Mo Di Mi Do Fr Sa So
26 27 28 29 30 31 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 1 2 3 4 5 6