Kristina Busse führt in das Phänomen Fanfiction ein und verortet es als kultu­relle Praxis zwischen literarischer form, Gemeinschaftsschöpfung, affektiver Her­meneutik und juristischer/wirtschaftlicher Kategorie. Vera Cuntz-Leng nähert sich der Frage nach fanfictiongenres und er­läutert entsprechende Zugänge zwischen Fanpraxis, literarischen Kategorien und analytischer Systematik. Stefanie Jakobi analysiert musikalische Buffy-Fanfiction als Schnittstelle von Popkultur, kriti­schem Diskurs und kreativer Aneignung einer populären Fernsehserie. Mykhailo Beliavskyi untersucht russische Fanfiction zu Rotkäppchen und macht sichtbar, wie bekannte Märchenstoffe in neuen kultu­rellen Kontexten transformiert werden. Franz Kröber untersucht die Präkon­zepte und Überzeugungen angehender Deutschlehrkrafte zu Fanfiction und zeigt, wie motivationale und kreative Potenziale des Genres zugleich Chance und Über­forderung sein konnen. Petra Bäni Rigler und Lena Brun verorten Fanfiction als partizipative Praxis im Spannungsfeld von Literatur- und Mediendidaktik und legen dar, wie literar-ästhetische Wahrnehmung, intermediales Lernen und ästhetische Bil­dung durch fanfictionbasiertes Schreiben im Unterricht gezielt gefördert werden können. Michael Stierstorfer analysiert ein Crossover von Nibelungenlied und Com­puterspiel und führt aus, wie Fanfiction klassische Stoffe mit digitalen Erzahlfor­men verbindet. Celina Buchmüller erprobt ein Unterrichtsmodell zu Crossover-Drab­bles im Deutschunterricht und diskutiert Potenziale und Grenzen. Die Rubrik kurz gefragt gibt im Gesprach mit Frauke Angel Einblicke in Konzepte von Autor*innen­schaft. Ulrike Wörner und Romina Nikolic berichten in einem weiteren Interview in kurz gefragt aus ihrer Schreibwerkstatt zu Fanfiction. Im Spektrum beleuchtet Sarah Schnitzler Fanfiction als Archivgut und diskutiert Problemfelder, Aushandlungs­prozesse und Chancen eines Archivie­rungsprojekts.
Ina Brendel-Kepser

 

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