Das Heft startet mit einem theoretischen Beitrag von Larissa Carolin Jagdschian, der nicht den Anspruch erhebt, die begriffliche, methodische und historische Erschließung der Gattung Kinderlyrik erschöpfend darzulegen, aber aufzeigt, warum eine differenziertere Erforschung notwendig ist. Mit Anmerkungen zu Frizchens Liedern (1781) von Christian Adolf Overbeck greift Hans-Heino Ewers die Anfänge der deutschsprachigen Kinderlyrik in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts auf. Hartmut Hombrecher widmet sich Praktiken wie dem Auswählen, Auswendiglernen, Deklamieren in Zusammenhang mit Lyrikanthologien für Kinder im 19. Jahrhundert. Caroline Sprenger führt ins 20. Jahrhundert am Beispiel von Bertolt Brechts Frühjahr 1938, mit Thomas Boyken geht es in die 1960er-Jahre zu James Krüss und seinem Leierkasten als poetologisches Motiv. Die Brücke in die Gegenwart schlägt Gunda Mairbäuerl mit ihrem Überblick über die Österreichische Kinderlyrik 1945 bis heute. Um die Popularität des Kinderlieds heute geht es im Beitrag von Niels Penke, Petra Anders regt zur Nachahmung von Poetry Slam im Grundschulalter an und damit zur Literarisierung und Literalisierung „im Nu“. Thema von Anna Stemmann ist das feministische Textsubjekt in Rap-Lyrics der 1990er-Jahre und der Gegenwart. Am Ende des Thementeils stellt Ines Galling die Lyrik-Empfehlungen für Kinder (LYEfK) der Jahre 1924–1926 vor, Jana Mikota interviewte die Lyrikerin Heike Nieder. Im Spektrum schließlich gewährt Iulia Capros einen Einblick in die Bibliotheksarbeit für Jugendliche.
Petra Josting

 

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