In den vergangenen Jahrzehnten haben sich Manga von einem vermeintlichen Nischenmedium zu einem globalen kulturellen, medialen und wirtschaftlichen Phänomen entwickelt. Insbesondere im deutschsprachigen Raum wächst das Interesse an Manga, Anime und verwandten Medienkulturen kontinuierlich – sowohl im wissenschaftlichen Diskurs als auch auf dem Buch- und Medienmarkt. Manga gehören heute zu den wenigen analogen Leseformaten, die insbesondere von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen intensiv genutzt werden. Gleichzeitig entstehen vielfältige Fankulturen auf Conventions und in den sozialen Medien, die neue Formen kultureller Teilhabe und Gemeinschaft ermöglichen.

Mit der zunehmenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Relevanz von Manga wächst auch das wissenschaftliche Interesse an Fragen transkultureller Medienzirkulation, visueller Narration, Rezeption, Übersetzung und Fanpraktiken. Der Begriff „transkulturell“ verweist dabei auf die vielfältigen Austausch- und Aushandlungsprozesse zwischen Kulturen. Manga werden nicht lediglich aus Japan in andere Länder exportiert, sondern in unterschiedlichen kulturellen Kontexten gelesen, interpretiert, übersetzt, adaptiert und weiterentwickelt. Dabei entstehen neue kulturelle Praktiken, Bedeutungen und Gemeinschaften, die nationale und kulturelle Grenzen überschreiten. Manga bewegen sich somit zwischen Literatur, Kunst, Populärkultur und digitaler Medienpraxis und eröffnen neue Perspektiven auf globale Kultur- und Transferprozesse.

Die zweitägige Studierendentagung „Manga in Deutschland: Transkulturelle Perspektiven auf ein globales Phänomen“ lädt Studierende, Nachwuchswissenschaftler:innen und Interessierte dazu ein, gemeinsam über Manga auf deutscher und internationaler Ebene ins Gespräch zu kommen. Ziel der Tagung ist es, unterschiedliche wissenschaftliche Perspektiven miteinander zu verbinden und Raum für interdisziplinären Austausch zu schaffen.

Wir laden herzlich zu Beiträgen aus verschiedenen Fachrichtungen ein, darunter unter anderem Literatur-, Medien- und Kulturwissenschaft, Japanologie, Buchwissenschaft, Soziologie, Kommunikationswissenschaft, Kunstgeschichte oder Fan Studies. Mögliche Themenbereiche umfassen unter anderem:

  • Geschichte und Entwicklung von Manga in Deutschland
  • Manga als japanisches Kulturgut
  • Manga als transkulturelles Medium
  • Manga auf dem deutschen Buchmarkt
  • Übersetzung, Lokalisierung und kulturelle Anpassung
  • Fankulturen, Cosplay und Community-Bildung
  • Digitale Plattformen und soziale Medien
  • Anime-Manga-Beziehungen und Medienkonvergenz
  • Visuelle Narration und spezifische Ästhetiken des Manga
  • Gender, Identität und Diversität in Manga
  • Gesellschaftliche, historische und politische Themen im Manga
  • Manga in Schule, Bildung und Bibliotheken
  • Rezeption japanischer Popkultur im deutschsprachigen Raum
  • KI, Digitalisierung und neue Entwicklungen in Manga- und Fan-Kulturen

Neben klassischen Vorträgen soll die Tagung ausdrücklich Raum für offene Diskussionen, Workshops und Austauschformate bieten, die wissenschaftliche Perspektiven mit persönlichen und kulturellen Erfahrungen verbinden.

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz freut sich über Vorschläge für Einzelvorträge (ca. 30 Minuten).

Bitte senden Sie ein Abstract von ca. 200–300 Wörtern sowie eine kurze biografische Notiz (ca.

50–100 Wörter) an:

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Deadline für Einreichungen: 31.08.2026

Tagungsort: Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Tagungstermin: 29.10.2026 – 30.10.2026

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz freut sich auf zahlreiche Beiträge und einen interdisziplinären Austausch über Manga als globales und transkulturelles Medienphänomen.

 

 

[Quelle: Pressemitteilung]