von Kirsten Penkalla

Ein erfolgloser Schurke, der versucht den Mond zu stehlen; drei Mädchen, die sich einen Papa wünschen. Tausende kleine gelbe Minions, ein schwerhöriger Erfinder und ein nerdiger Bösewicht. Doch Ich – Einfach unverbesserlich ist nicht nur die Geschichte vom Stehlen des Mondes, sondern eine Geschichte über Gut und Böse und über die Bedeutung von Familie. Und von Einhörnern.


Inhalt 

Der Schurke Gru will das Verbrechen des Jahrhunderts begehen und den Mond stehlen. Doch leider hat er nicht genug Geld, sodass er bei der Bank des Bösen einen Kredit beantragt. Der Sohn des Bankdirektors, Viktor – genannt Vector – ist zufälligerweise sein größter Konkurrent. Doch um den Mond stehlen zu können, muss dieser zunächst kleiner werden. Dafür braucht Gru den Schrumpfstrahler, der sich im Haus von Vector befindet. Da dieser eine Vorliebe für Kekse hat, adoptiert Gru drei Mädchen aus dem Waisenhaus, Margo, Agnes und Edith. Die drei sollen Vector als Kekse getarnte Spionageroboter verkaufen. Anfangs empfindet Gru die Mädchen nur als Belastung und Mittel zum Zweck, doch nach und nach rückt der geplante Monddiebstahl in den Hintergrund und Gru wird zu einem Vater für die Mädchen. Doch bei einem Ballettauftritt entführt Vector die Kinder und Gru muss sich entscheiden: Der Mond oder die Mädchen. 

Verleih: Universal Pictures

Kritik 

Ich – Einfach unverbesserlich spielt vor allem mit dem Motiv von Gut und Böse. Eigentlich ist Gru ein Schurke, ein Bösewicht, die Inkarnation des Bösen. Sein Haus ist gespickt mit mittelalterlich anmutenden Folterwerkzeugen. Er hat sogar einen stereotypen russischen Akzent. Gru beschäftigt den verrückten Wissenschafter Doktor Nefario sowie Handlanger, die Minions. Nicht zu vergessen ist sein Hund Kyle, der aussieht wie eine Kreuzung zwischen Hund und Anglerfisch. Das alles erweckt den Anschein eines richtigen Bösewichts mit mutiertem Haustier, sadistischer Veranlagung und bösen Plänen. Doch in Grus Fall gibt es da kleine Probleme: Die Minions sind kleine, knuffige, gelbe Dioden, die in ihren Latzhosen und den riesigen Brillen einfach zu putzig aussehen, nichts anderes im Kopf haben als Bananen und Streiche und viel zu tollpatschig sind für geheime Schurkenpläne. Doktor Nefario, der Gru hilft, seine 'bösen' Pläne in die Tat umzusetzen, ist schwerhörig und erfindet daher viel Unnützes. So entwickelt er statt Cookie-Robotern Boogie-Roboter. Vor Kyle hat Gru Angst. Er ist auch kein erfolgreicher Bösewicht: Er hat es zwar einmal geschafft, den Eiffelturm und die Freiheitsstatue zu stehlen – doch das waren nur Modelle aus Las Vegas. 

Vector wiederum erscheint zunächst wie der Nerd von nebenan. Er wirkt unschuldig und harmlos, besticht er doch durch einen orangenen Trainingsanzug, Topfschnitt, Nerd-Brille, puristisch-moderne weiß-orangene Einrichtung inklusive Hai im Wohnzimmer, einer Vorliebe für Kekse und verrückte Schusswaffen. Zum Beispiel ist er besonders Stolz auf seine Tintenfischkanone. Doch es wird schnell klar, dass Vector viel gerissener ist, als er auf den ersten Blick aussieht. 

So unterschiedlich Gru und Vektor erscheinen, sie haben doch eine Gemeinsamkeit: Sie wurden von ihren Eltern ihr Leben lang unterschätzt. Deshalb haben beide die Schurkenlaufbahn eingeschlagen, um ihre Eltern vom Gegenteil zu überzeugen. Vector scheitert am Ende daran, seinem Vater zu zeigen, dass er ein richtiger Bösewicht ist. Gru hingegen lernt allmählich von Margo, Edith und Agnes, was eine Familie ausmacht. Am Ende versöhnt sich Gru mit seiner Mutter, die endlich stolz auf ihren Sohn ist. 

Der Animationsfilm der Macher von Horton hört ein Hu! und Ice Age besticht durch einen einzigartigen Stil. Die Proportionen sind nicht sehr realistisch, zum Beispiel sind die Köpfe der Kinder in Relation zu ihren Körpern gigantisch und Gru sieht aus wie ein Holzklotz auf zwei Stäbchen. Aber genau deswegen wirkt der Film kindlich und unschuldig. Man würde am liebsten jede einzelne Figur in die Arme nehmen und knuddeln. Ich – Einfach unverbesserlich ist daher für Kinder besonders schön anzusehen. 

Erwachsene kommen aber auch auf ihre Kosten. Das liegt vor allem an Bezügen zur Wirklichkeit. So gehörte beispielsweise die Bank des Bösen ehemals den Lehman Brothers. Insgesamt ist der Film also ein wunderbares Beispiel für Family Entertainment. 

Verleih: Universal Pictures

Fazit

Ich – Einfach unverbesserlich ist ein wunderbarer Animationsfilm für alle Altersklassen. Wer Ice Age kennt und liebt, wird auch diesen Film mögen. Aber er ist kein Lachfeuerwerk wie vergleichbare Filme, bei denen ein Gag auf den nächsten folgt. Die Konzentration liegt viel mehr auf der hintergründigen Entwicklung einer Familie der besonderen Art. Und genau das macht ihn zu einem wundervollen Film, der an keinem Familienfernsehabend fehlen sollte.

 

Titel: ICH - EINFACH UNVERBESSERLICH
Originaltitel: Despicable Me
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2010
Dauer: 95 Minuten
Altersfreigabe: Ohne Altersbeschränkung
Erscheinungsdatum (Deutschland): 30.09.2010
Verleih: Universal Pictures
Einspielergebnis weltweit: 543.113.985 $
Regisseur: Pierre Coffin, Chris Renaud
Drehbuch: Ken Daurio, Sergio Pablos
Musik:
Heitor Pereira, Pharrell Williams
Synchronsprecher: Steve Carell/Oliver Rohrbeck (Gru), Jason Segel/Jan Delay (Vector), Russel Brand/Peter Groeger (Dr. Nefario), Julie Andrews/Kerstin Sanders-Dornseif (Gru’s Mom), Will Arnett/Axel Lutter (Mr. Perkins), Kristen Wiig/Nana Spier (Miss Hattie), Miranda Cosgrove/Friedel Morgenstern (Margo), Dana Gaier/Derya Flechtner (Edith), Elsie Kate Fisher/Sarah Kunze (Agnes), Pierre Coffin (Minions: Tim, Bob, Mark, Phil, Stuart), Ken Jeong/Claus Kleber (Nachrichtensprecher)
Schnitt:
Gregory Perler, Pam Ziegenhagen
Produzent: John Cohen, Janet Healy, Chris Meledandri

 

Erstveröffentlichung: 09.10.2012


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