Parataxe: Stilprinzip, das durch die "syntaktisch-hierarchielose Reihung von Satzgliedern" (Spörl 2007) gekennzeichnet ist

Explikat

Die Parataxe ist im Gegensatz zur Hypotaxe entweder durch das völlige Fehlen oder aber den Einsatz von nebenordnenden Konjunktionen wie 'und', 'oder', 'aber' usw. gekennzeichnet. Demzufolge werden parataktische Satzkonstruktionen in erster Linie aus ungegliederten Hauptsätzen zusammengesetzt (vgl. ebd.). 

Eingesetzt wird die Parataxe insbesondere in Tatsachenberichten oder auch Thesenformulierungen, bei denen eine schmuck- oder kunstlose Ausdrucksform präferiert wird (vgl. ebd.). So ist Lisas Beschreibung der kindlichen Dorfbewohner in Wir Kinder aus Bullerbü durch parataktische Satzkonstruktionen gekennzeichnet:

Auf dem Südhof wohnt ein Junge, der heißt Ole. Er hat gar keine Geschwister. Aber er spielt mit Lasse und Bosse. Er ist acht Jahre alt und kann auch schnell rennen. Aber auf dem Nordhof wohnen Mädchen. Zwei Mädchen. (Lindgren 1988, S. 8)

Der Einsatz parataktischer Formulierungen erzeugt dabei den Eindruck einer eher kindlich geprägten Sprechweise und verleiht damit Lisa als homodiegetischer Erzählerin Authentizität. Darüber hinaus wird über die Parataxe ebenfalls deutlich, dass auch die Wahrnehmung des Geschehens an Lisa gekoppelt ist. Die interne Fokalisierung, die den Text auszeichnet, wird demnach auch über den Gebrauch parataktischer Satzkonstruktionen auf sprachlicher Ebene verdeutlicht. 


Literatur

Primärliteratur

  • Lindgren, Astrid: Wir Kinder aus Bullerbü. Hamburg: Oetinger Verlag. 1988. 

Sekundärliteratur

Erstveröffentlichung: 19.11.2015

 


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