Gewalt ist ein zentrales Strukturprinzip fantastischer Erzählungen. Ob bei Darstellungen intergalaktischer Kriege, epischer Schlachten, magischer Zweikämpfe, monströser Kreaturen, heldenhafter Kämpferinnen, dystopischer Überwachungsregime, apokalyptischer Landschaften, Eroberungen und Raubbau, körperlicher Übergriffe, psychischer Grenzüberschreitungen oder subtilerer Formen missbräuchlich ausgeübter Macht: Fantastik verhandelt Gewalt in all ihren Facetten—als zerstörerische Kraft, als Bedrohung für Selbst und Gemeinschaft, als Ausdruck von Krisenzuständen, als Werkzeug der Ermächtigung, als Metapher und ästhetisches Mittel und als Motor narrativer Dynamik. Gleichzeitig eröffnet das Fantastische, wie auch das Spekulative, Räume, in denen Gewalt übersteigert, verfremdet, verschoben oder neu verhandelt werden kann. Fantastische Medien erlauben die Frage, was in welchen Kontexten als Gewalt angesehen wird, wie und von wem Gewalt in welchen Situationen legitimiert wird und unter welchen Umständen sie als inakzeptabel gilt. Die Fantastik macht ungleiche Machtverhältnisse und gewaltfördernde Strukturen sichtbar, verdeutlicht soziale und moralische Konflikte und bietet Gelegenheit, alternative Formen des Widerstands zu imaginieren, darunter auch solche, die sich der Gewaltlosigkeit verschreiben.

Die Tagung Gewalt und Fantastik widmet sich der Frage, wie Gewalt in fantastischen und spekulativen Medien dargestellt, verherrlicht, kritisch reflektiert, ästhetisch verarbeitet und kulturell verhandelt wird. Wir laden Beiträge ein, die sich mit literarischen Texten, Comics, Film und Fernsehen, Musik, Video- und Brettspielen sowie (Live-)Rollenspielen beschäftigen. Vorträge können auf Deutsch oder Englisch gehalten werden.

Ein Open Track steht für Beiträge zur Verfügung, die sich mit fantastischen Themen jenseits des Schwerpunkts „Gewalt“ befassen.

Mögliche Themenfelder

  • Darstellungen physischer, psychischer, struktureller, epistemologischer und symbolischer/kultureller Gewalt in Fantasy, Science-Fiction, Gothic und Horror
  • Gewalt in utopischen, dystopischen und (post-)apokalyptischen Werken
  • Gewalt in fantastischer Kinder- und Jugendliteratur sowie Young Adult-Fantastik
  • Gewalt in Hörspiel, Film und Fernsehen: Spektakel der Vertonung und Visualisierung
  • Gewaltmechaniken in Games, Rollenspielen und LARP, Gamification von Gewalt
  • Gewalt und Intimität: Romantasy, Familie, Partnerschaft, Verbünde
  • Gewalt als Metapher für gesellschaftliche, ökologische oder technologische Krisen
  • Gewalt als ästhetisches Prinzip: Inszenierung, Verklärung, Unterhaltung
  • Gewalt in Produktion und Rezeption: Fandom, Marktlogik und Voyeurismus
  • Gewalt und Macht: Herrschaft, Kontrolle, Repression, ÜberwachungGewalt und Affekt: Körperlichkeit, Verletzbarkeit, Wut, Hass, Gleichgültigkeit
  • Gewalt und Trauma: Erinnerung, Verarbeitung, Narrativierung, Unterdrückung
  • Gewalt und Monstrosität: Körpergrenzen, Transkorporealität, Transformationen, das Andere
  • Gewalt und Gender/Race/Class/Sexualität/Disability in fantastischen Welten
  • Gewalt und Natur: Umweltzerstörung, slow violence und Extraktivismus
  • Gewalt und Politik: Krieg, Kolonialismus, Imperialismus, Bio- und Nekropolitik
  • Gewalt und Widerstand: Rebellion, Aktivismus, Empowerment
  • Gewalt und Gerechtigkeit: Recht, Strafe, Rache und Vigilantismus
  • Gewalt als Ritual: Opferpraktiken, Institutionalisierung, Wettkampf
  • Gewalt und Ethik: moralische Dilemmata, Verantwortung, Agency
  • Gewalt und Frieden: Pazifismus, Gewaltlosigkeit, Überwindung von Gewalt

Einreichungsformate

Einzelvorträge
• Abstract (300 Wörter)
• Kurzbiographie (150 Wörter)

Panels
• Zusammenfassung des Panelthemas (300 Wörter)
• Abstracts der einzelnen Beiträge (je 300 Wörter)
• Kurzbiographien der Vortragenden (je 150 Wörter)

Abstracts können auf Deutsch oder Englisch eingereicht werden.

Bitte senden Sie Ihre Vorschläge bis Montag, den 01.06.2026 an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Sie bekommen bis Ende Juni darüber Bescheid, ob Ihre Einreichung erfolgreich war.

Weitere Informationen zur Tagung finden Sie hier

 

[Quelle: Pressemitteilung]