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kjl&m 23.4 Jemanden zum Pferde stehlen... Freundschaft in Kinder- und Jugendmedien

von Michael Ritter  |  Erstveröffentlichung: 24.11.2023

Freundschaftsbeziehungen spielen nicht nur im Leben von Kindern eine zentrale Rolle, als wichtiges emanzipatorisches Phänomen von Kindheit bieten sie auch für die Literatur für Kinder und Jugendliche schier unerschöpflichen Stoff, der sich in vielfältigen Themen und Motiven in historischen und aktuellen Kinder- und Jugendmedien wiederfinden lässt. Umso mehr überrascht es, dass es – wenige Ausnahmen ausgenommen – bislang kaum eine systematische kinderliteraturwissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Phänomen gegeben hat. Diese Lücke möchte das neue Themenheft von kjl&m wenigstens in Ansätzen schließen.

kjl&m 23.4 Jemanden zum Pferde stehlen... Freundschaft in Kinder- und Jugendmedien

Editorial

Freundschaftsbeziehungen spielen nicht nur im Leben von Kindern eine zentrale Rolle, als wichtiges emanzipatorisches Phänomen von Kindheit bieten sie auch für die Literatur für Kinder und Jugendliche schier unerschöpflichen Stoff, der sich in vielfältigen Themen und Motiven in historischen und aktuellen Kinder- und Jugendmedien wiederfinden lässt. Umso mehr überrascht es, dass es – wenige Ausnahmen ausgenommen – bislang kaum eine systematische kinderliteraturwissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Phänomen gegeben hat. Und das ist sicherlich auch ein Grund, warum die Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien ihre Bundesfachtagung 2023 unter das Motto Jemanden zum Pferde stehlen... Freundschaft in Kinder- und Jugendmedien gestellt hat. Das vorliegende Themenheft nimmt ausgewählte Beiträge dieser Tagung auf und dokumentiert so die literaturwissenschaftliche und fachdidaktische Auseinandersetzung vor Ort; und zwar nahezu zeitgleich mit der Tagung. So kann zeitnah nachvollzogen werden, wie lohnend die Auseinandersetzung mit dem Thema sein kann.

Den Einstieg macht Svenja Wiertz, die sich dem Thema aus einer philosophischen Perspektive nähert und auch danach fragt, wie sich Freundschaften heute unter dem Einfluss der Digitalität verändern. Im folgenden Beitrag untersucht Michael Ritter das Thema hinsichtlich seiner narratologischen Funktion, aber auch mit Blick auf verschiedene Erscheinungsformen in der KJL der Gegenwart. Es folgen Beiträge von Linus Jantzen, Christoph Jantzen und Alexandra Ritter sowie Stefanie Granzow und Marco Magirius, die sich dem Erzählen über Freundschaft in multimodalen Medien (Bilderbuch und Comic) zuwenden. Sich verändernde Freundschaften in den Erzählungen für das Jugendalter hat Jana Mikota im Blick und Philipp Schmerheim betrachtet Freundschaften im zeitgenössischen Kinderfilm. In einem Interview der Rubrik kurz gefragt kommt die Schriftstellerin Isabel Abedi zu Wort und stellt den Umgang mit Freundschaftskonstellationen beim Schreiben für Kinder dar. Ricarda Freudenberg nimmt einen didaktischen Streifzug durch das Freundschaftsthema vor, wobei es ihr besonders um den Umgang mit Perspektivität beim Erzählen von Freundschaft geht. Kirsten Kumschlies zeigt in ihrem praxisorientierten Beitrag, wie Freundschaftsgeschichten durch szenische Interpretationen erschlossen werden können. Dass Freundschaft nicht nur ein Thema in KJM, sondern auch ein Effekt gemeinsamer Lektüre sein kann, berichtet Sabine Arndt aus ihrer Arbeit in einem Leseclub der Stadt- und Regionalbibliothek Erfurt. Im Spektrum stellen Marco Magirius, Daniel Scherf und Michael Steinmetz erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zum Literaturunterricht in der nicht-gymnasialen Sekundarstufe vor. Aus der AJuM sind Veränderungen in der Redaktionszusammensetzung von kjl&m und das aktuelle Siegerbuch des Heinrich-Wolgast-Preises zum Aufwachsen in Arbeitswelten zu verkünden. Wir wünschen eine genussvolle und erkenntnisreiche Lektüre.

Christoph Jantzen, Alexandra Ritter und Michael Ritter

 

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