Praeteritio: rhetorische Figur, beschreibt die explizit benannte Auslassung von Sachverhalten und Gedanken  

Explikat

Eine Praeteritio liegt vor, wenn die sprechende Figur vorgibt, etwas auszulassen und es über diese Auslassung dennoch benennt oder sogar betont (vgl. Spörl 2007). So wird der Schock des namenlosen, kindlichen Erzählers über den Verlust seiner Eltern in Roald Dahls The Witches gerade über die Praeteritio erst noch betont:

I won't go into the horrors of that terrible afternoon. I still get the shivers when I think about it. I finished up, of course, back in my grandmother's house with her arms around me tight and both of us crying the whole night long. (Dahl 2007, S. 7) 

Auch Lord Voldemorts Beschreibung als "Er, dessen Name nicht genannt werden darf" (Rowling 2003, S. 292) kann als eine Variante des Praeteritio gesehen werden, wobei in diesem Fall über das explizit markierte Auslassen des Namen der Schrecken, der von "Du-weißt-schon-wer" (Rowling 1998, S. 323) ausgeht, noch betont wird. Ein Merkmal der Praeteritio, um das auch Albus Dumbledore weiß:

Nenn ihn Voldemort, Harry. Nenn die Dinge immer beim richtigen Namen. Die Angst vor einem Namen steigert nur die Angst vor der Sache selbst. (Rowling 1998, S. 323)


Literatur

Primärliteratur

  • Dahl, Roald: The Witches. London: Puffin Books, 2007.
  • Rowling, J.K.: Harry Potter und der Stein der Weisen. Hamburg: Carlsen, 1998.
  • Rowling, J.K.: Harry Potter und der Orden des Phönix. Hamburg: Carlsen, 2003.

Sekundärliteratur

Erstveröffentlichung: 18.09.2015


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