Unter 272 Einsendungen, darunter 85 verlegte Werke und 187 Manuskripte, hatte die Jury zunächst drei Nominierte ausgewählt: Michaela Beck mit ihrem Jugendbuchmanuskript Ein Himmel voller Eskimos, Enikö Gömöri mit ihren Illustrationen zu dem Bilderbuchmanuskript Ich bin doch ein Löwe sowie Kerstin Gulden mit ihrem Jugendbuch Fair Play.

Gerade Debut-Arbeiten von Autorinnen und Autoren greifen brennende Themen schnell auf und werden zu überraschenden, neuen Stimmen in der Literatur. Wir freuen uns sehr, dass mit der Auswahl drei Autorinnen geehrt werden, die aus Sicht der Jury aktuelle Themen zeitgemäß und künstlerisch eigenständig umgesetzt haben,

begründet Christine Paxmann, Mitglied der fünfköpfigen Jury, deren Auswahl. Letztendlich entschied sich die Jury für Kerstin Gulden als Preisträgerin.

Aus der Jurybegründung

Fair Play ist ein origineller und äußerst spannender Jugendroman, der sich mit einem neuartigen Lösungsansatz der Klimakrise beschäftigt. Somit ist er nicht nur aktuell, sondern spiegelt wider, womit die Jugend heutzutage unter anderem ringen muss: der Umweltkrise und dem zunehmenden Einfluss von Social Media, der sich in Gruppenzwang und verdrehten Selbstwahrnehmungen äußert. Kerstin Gulden kreiert lebendige und selbstständige Figuren, alle mit eigenen, anderen Motivationen und unterschiedlichen Charakterentwicklungen. Die Protagonistinnen und Protagonisten durchleben Konflikte und Situationen, wie sie auf alle Jugendlichen zutreffen, wodurch sie ihnen näherkommen und realer wirken. Eine Geschichte über Vertrauen, Solidarität und Freundschaft, die ihre Zielgruppe erreicht,

so die Schülerjurorin Angelina Sawodowskie.

Die Preisrede auf Fair Play hielt der Autor Heinz Janisch – Corona-bedingt per Videobotschaft aus Österreich:

"Wir haben ein Geschenk für dich. Unsere Geschichte" heißt es zu Beginn des Romans. Als skeptischer Leser, der erst überzeugt werden musste, danke ich Kerstin Gulden für dieses Geschenk, für diese Geschichte, die mir – bis zur letzten Zeile – nah gegangen ist und die in mir weitergeht. Die Frage nach dem Fair Play – sie stellt sich immer und überall, und die Antworten – sie bleiben schwierig. Für alle von uns. Ich wünsche diesem Roman viele Leserinnen und Leser, wie jung oder alt sie auch sein mögen.

Die Preisverleihung wurde von Marian Funk moderiert. Die Band "NUFOXAS" der Musikschule Stadt Oldenburg hat den Nachmittag unter der Leitung von Dagmar Martens musikalisch begleitet.

Über Kerstin Gulden

Kerstin Gulden hat in Tübingen, München und London Literatur, Philosophie und Kommunikation studiert. Seitdem hat sie in London, München und Brüssel gearbeitet, unter anderem als Pressesprecherin und in der Kulturförderung. Mehrere Jahre war sie in der Jury des Literaturpreises der deutschen Wirtschaft.

Über das Preisbuch

Ein Wettbewerb, eine Schule und eine gewagte Idee: Was, wenn jede Umweltsünde auf den eigenen Social-Media-Accounts sichtbar wäre? Würde man sich zusammenreißen? Nur noch so viel verbrauchen an Energie, Essen, einfach allem, damit das Icon der App grün bleibt statt rot? Würde man fair spielen? Für drei Monate nach den Sommerferien heißt das erklärte Ziel: die Welt retten, wenigstens ein bisschen. Aber jede und jeder hat auch einen persönlichen Grund mitzumachen: Status, Geld, Rache, Liebe.

Über den Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Oldenburg

Seit 1977 vergibt die Stadt Oldenburg einen Preis für herausragende literarische und künstlerische Leistungen auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendliteratur. Als Förderpreis dient er dem Ansporn und der Ermutigung von Autorinnen und Autoren beziehungsweise Illustratorinnen und Illustratoren, die ein Erstlingswerk – sei es ein bereits verlegtes Buch oder ein Manuskript – in diesem Bereich vorlegen. Durch den Preis sollen innovative Ideen eine Chance erhalten und Anreize geschaffen werden, die Werke Unbekannter in die Verlagsprogramme aufzunehmen.

[Quelle: Pressemitteilung]