Bilderbuch
Daniela Kulot (Text & Ill.): Wölkchen ist weg!
Stuttgart: Thienemann 2026.
32 Seiten. 15 Euro. Ab 4 Jahren.
ISBN 978-3-522-46286-0
Die Schafe beschweren sich über die Möwen, die Möwen über die Schafe. Nur Wölkchen träumt von Weite und Freiheit. Als das kleine Schaf verloren geht, ist es ausgerechnet eine Möwe, die ihm hilft. In atmosphärisch dichten Bildern und mit feinem Gespür für Zwischentöne erzählt Kulot von Vorurteilen, Zugehörigkeit und überraschenden Verbindungen – ein poetisches Plädoyer für Offenheit.
Kinderbuch
Johannes Herwig: Ein Fall für Ino. Der Inselschatz
Mit Illustrationen von Alexandra Langenbeck.
Bamberg: Magellan 2026.
190 Seiten. 16 Euro. Ab 8 Jahren.
ISBN 978-3-7348-4190-3
Ino verbringt zwei Wochen mit seiner Mutter auf einer Nordseeinsel. Dort begegnet er Merle, und gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach einer verlorenen Halskette. Klug verbindet Herwig Fragen des Klassismus mit einer spannenden Abenteuergeschichte. Vertraute Erzählmuster greift er auf, variiert und fügt sie neu zusammen. So zeigt der Roman, dass literarischer Anspruch und unbeschwerte Lesefreude einander keineswegs ausschließen.
Jugendbuch
Rüdiger Bertram: FRONT
Mit Illustrationen von Heribert Schulmeyer.
Frankfurt am Main: Rotfuchs 2026.
160 Seiten. 18 Euro. Ab 12 Jahren.
ISBN 978-3-7571-0232-6
Adam und Zero kommen aus zwei Ländern, die miteinander Krieg führen. Auch in Deutschland ist eine Annäherung kaum möglich: Zu tief sitzen Hass und der Wunsch, selbst zu kämpfen. Als beide beschließen zurückzukehren, verstecken sie sich im selben Hilfstransporter und bilden eine Zweckgemeinschaft. Ohne konkrete Orte oder Kriegshandlungen zu benennen, erzählt Bertram vom Krieg und fragt danach, was er mit Menschen macht. Kein Roman, der dem vertrauten Muster einer Freundschaftsgeschichte folgt, sondern eine eindringliche Erkundung dessen, was Kriegsrhetorik aus jungen Menschen machen kann.
Hörbuch
Chris Nonnast & Werner Wölbern (Sprecher:innen): Die Mutsammlerin
Stefanie Taschinski (Autorin).
Berlin: argon digital 2026.
Download/Streaming, ca. 4 Stunden. 13,95 Euro (UVP). Ab 10 Jahren.
ISBN 978-3-7324-4342-0
Ein Fund auf dem Dachboden und ein altes Tagebuch lassen die zwölfjährige Emmi in die Geschichte ihrer Ururgroßmutter Elsa eintauchen. Was sie dort über deren Leben in den 1940er-Jahren erfährt, konfrontiert sie mit Ausgrenzung, Entrechtung und Gewalt. Zugleich erlebt Emmi in ihrer eigenen Lebenswelt, wie ein Sintiza-Mädchen ausgegrenzt wird – und merkt, dass Wegschauen keine Lösung ist. Stefanie Taschinski verknüpft die beiden Zeitebenen geschickt und macht deutlich, dass Zivilcourage auch heute gefragt ist. Chris Nonnast und Werner Wölbern setzen die Geschichte einfühlsam und lebendig um. Ein Hörbuch, das zeigt, wie aus der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit der Mut zum eigenen Handeln entstehen kann.
App
Egglets – Die langen 10 Tage
8,79 Euro (UVP)
Kassel: wieLuft 2025. Ab 12 Jahren.
Das Game ist Steam (Win/Mac) erhältlich.
Sprachen: Deutsch, Englisch, Chinesisch (vereinfacht)
Spielerinnen und Spieler managen die Kleinstadt Eggon in einer Krisensituation. Sie müssen entscheiden, welche Nachrichten sie an die Bevölkerung weitergeben oder ob es vielleicht sinnvoller ist, manches zu verschweigen, um eine Massenpanik zu vermeiden. Jede Entscheidung bestimmt über das Schicksal der Eier-Menschen in Eggon. Ein sehr ansprechend gestaltetes Simulationsspiel, das an die Coronazeit erinnert und nachdenklich in Bezug auf individuelle Freiheitsansprüche macht.
Comic
Moni Port & Claudia Weikert: Shrimpie und ich
Hamburg: Kibitz 2026.
130 Seiten. 20 Euro. Ab 8 Jahren.
ISBN 978-3-948690-43-4
Der erste Schultag ist ein Einschnitt – voller Vorfreude, Unsicherheit und großer Erwartungen. Auch Käthe begegnet diesem Tag mit gemischten Gefühlen. Kaum hat die Schule begonnen, trifft sie genau das, wovor sie sich gefürchtet hat: Sie errötet, ist verunsichert und fürchtet, ausgelacht zu werden. Doch dann tritt Shrimpie in ihr Leben. Moni Port und Claudia Weikert entwickeln daraus eine ebenso zarte wie kluge Geschichte über Freundschaft und Selbstvertrauen. Mit großer erzählerischer Präzision und einer Bildsprache, die Gefühle sichtbar macht, zeigt Shrimpie und ich die besonderen Möglichkeiten des Comics – zugänglich für junge Lesende und zugleich künstlerisch überzeugend.
[Quelle: Pressemitteilung]