Über die Künstlerin

Helga Gebert, 1935 in Freiburg im Breisgau geboren, hat mit ihrem Werk eine beeindruckende Vielfalt an Figuren und Welten geschaffen – ob mit der Illustration bekannter Geschichten aus der Grimm’schen Märchensammlung, aus 1001 Nacht oder mit ihren eigenen Erzählungen. Sie galt in den 1970er und 80er Jahren als eine der wichtigen Figuren der Erneuerung des deutschen Kinder- und Jugendbuches und war eine der Hausautor*innen und Illustrator*innen des damals im Verlag Beltz neu gegründeten Kinder- und Jugendbuchprogramms Beltz & Gelberg. Ihr Werk veranschaulicht die feinen Gratwanderungen zwischen vertrauten Traditionen und der Möglichkeit ihrer Erneuerung. Verwandlungen, Perspektivwechsel und Irritationen regen dazu an, die ästhetischen wie erzählerischen Strategien der Künstlerin im Kontext heutiger Diskurse über Märchen- und Erzählkulturen zu befragen.

Über die Ausstellung

ZWISCHEN GESTALTEN zeigt das dynamische Wechselspiel zwischen Wort und Bild, zwischen den Illustrationen und überlieferten Stoffen. Dabei wird erkennbar, wie Märchenbilder sich und ihre Bedeutungen verändern und wie sich in ihnen kulturelle Prägungen, Hierarchien und die fortwährende Aneignung von Geschichten einschreiben. So ermöglicht das Werk von Helga Gebert neue Perspektiven auf zeitgemäße Formen des Erzählens.
Momente aus ihrer Biographie, prägende Eindrücke aus ihrem Leben, ihre Inspirationsquellen, Beispiele ihres politischen und sozialen Engagements geben Einblicke in die Lebenswelt der Künstlerin. Zahlreiche – und darunter auch etliche unveröffentlichte – Bilder Helga Geberts zeugen von ihrer immensen Schaffenskraft. Einzelne Werke anderer Künstler*innen wie etwa aus der Grimm-Sammlung der Stadt Kassel, von Maurice Sendak, Helga Ruppert-Tribian und des Kasseler Illustrators Markus Lefrançois bieten die Möglichkeit eines vergleichenden Blicks auf die Wahl der Märchen, Szenen und Figurendarstellungen. Künstlerische, interaktive, filmische und auditive Elemente fügen der Ausstellung weitere Facetten hinzu, wie etwa eine Filminstallation von Catrine Val, eine Soundcollage von Katharina Zimmerhackl, eine Interaktionsmöglichkeit in Zusammenarbeit mit Olaf Val und Lina Walde. Die Arbeiten einer 6. Klasse des Kasseler Wilhelmsgymnasiums sind Teil einer weiteren interaktiven Station und animieren wiederum zum Selber-Malen in der Ausstellung. Eine Rätselspur für Kinder und ein Ausstellungskatalog vertiefen die Themen der Ausstellung.

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Gestaltungsbüro Gebert & Krüger und wurde kuratiert von Hanna Krüger.
Die Ausstellung wird großzügig gefördert von der documenta Stadt Kassel und dem Landkreis Kassel.

Die Publikation zur Ausstellung

Die Publikation zur Ausstellung erschließt erstmalig das Werk der Illustratorin und Autorin, die 1935 in Freiburg im Breisgau geboren wurde und zu einer der prägenden Figuren der Erneuerung des deutschen Kinder- und Jugendbuches in den 1970er Jahren wurde. Zahlreiche Abbildungen des facettenreichen Werks treffen auf Textbeiträge aus unterschiedlichen Perspektiven: Wissenschaftliche Expertisen aus Literaturwissenschaft, Ästhetischer Bildung sowie Kunst- und Kulturwissenschaften verbinden sich mit Einblicken von Wegbegleiter*innen in Biographie, Engagement und Arbeitsweisen von Helga Gebert.

  • Herausgegeben von: GRIMMWELT Kassel gGmbH
    Gestaltung: Antonia Terhedebrügge, STUDIO TERHEDEBRÜGGE
    Kerber Verlag, Berlin, 2026
    256 Seiten, 250 farbige Abbildungen, DE
    Softcover, 21 × 26 cm
    ISBN
    978-3-7356-1126-0
    (Museumsausgabe)
    978-3-7356-1102-4
    (Buchhandelsausgabe)
    35 € regulärer Verkaufspreis (Buchhandelsausgabe)
    25 € nur im Shop der GRIMMWELT während des Ausstellungszeitraums (Museumsausgabe – nur erhältlich vor Ort, nicht als Versand)

Führungen

Die Sonderausstellung zeigt das vielschichtige Werk der Künstlerin Helga Gebert in all seiner erzählerischen Kraft. Ihre Illustrationen führen das Publikum durch unzählige Geschichten, von den Grimm’schen »Kinder- und Hausmärchen« bis zu Erzählungen aus 1001 Nacht. Dabei galt Helga Gebert in den 1970er und 80er Jahren als eine der wichtigen Figuren der Erneuerung des deutschen Kinder- und Jugendbuches und war eine der Hausautor*innen und Illustrator*innen des neu gegründeten Verlags Beltz & Gelberg. Ihre Märchenbücher, Kinderliteratur und Kinderrätsel beeindrucken durch ihre poetische Bildsprache, Einfühlsamkeit und Humor – und entfalten bis heute eine eindrucksvolle Wirkung. In der Ausstellung werden Motive, Arbeitsweisen und biografische Hintergründe der Künstlerin vorgestellt. 

Der Rundgang führt durch die thematischen Kapitel der Ausstellung und zeigt, wie Gebert traditionelle Erzählstoffe in ästhetische Bildräume überführt – und wird zu einer Entdeckungsreise durch Geberts faszinierende Figurenwelten.
Buchen Sie vorab für Ihren Gruppenbesuch eine individuelle Führung durch die Sonderausstellung. Für Termine unter einer Woche im Voraus rufen Sie bitte unser Buchungsteam an unter +49 561 707707 (erreichbar Mo. - Fr. von 10:00 bis 16:30 Uhr).

Führungen für Schulklassen

Aschenputtel, Rotkäppchen, Aladin, Drachen und Dschinn – märchenhafte Gestalten, die über Zeiten und Kulturen hinweg faszinieren, erschrecken und begeistern. Aus unzähligen Bilderbüchern sind sie vielen vertraut. Wie verändern Märchenillustrationen die eigene Wahrnehmung einer Geschichte? Was verrät eine Körperhaltung, ein Gesichtsausdruck? Weicht das Bild von der eigenen Vorstellung ab – und warum? Die Künstlerin Helga Gebert hat Märchen wie etwa aus den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm oder Tausendundeiner Nacht illustriert und eigene Geschichten erfunden – fantastisch, feinsinnig und voller faszinierender Figuren. 
Im geführten Rundgang für Schulklassen durch die Ausstellung ZWISCHEN GESTALTEN wird Helga Gebert als Illustratorin und Autorin vorgestellt, die in den 1970er Jahren im Verlag Beltz & Gelberg wesentlich an der Entwicklung des deutschen Kinder- und Jugendbuchs beteiligt war – und deren Bilder ganz gegenwärtige Fragen zu den Märchen aufwerfen.

Die Grimm-Sammlung der Stadt Kassel

Rund 30 Jahre lebten und arbeiteten Jacob und Wilhelm Grimm in Kassel und hinterließen der Stadt ein beachtliches und vielseitiges Erbe. Dieses wird insbesondere von der Grimm‐Sammlung der Stadt Kassel betreut und verwahrt. In Kassel entstanden nicht nur die »Kinder‐ und Hausmärchen«, sondern auch weitere große Werke wie die »Deutschen Sagen« oder Jacob Grimms »Deutsche Grammatik« – und selbst der Entschluss zur Arbeit am »Deutschen Wörterbuch« wurde in Kassel gefasst. Die Bedeutung der Brüder Grimm für die Stadt zeigt sich deshalb auch in der umfassenden Grimm‐Sammlung der Stadt Kassel, die eine Vielzahl an Objekten zum Leben und Wirken der Brüder und zu ihren Märchen verwahrt.
Die Grimm‐Sammlung umfasst zurzeit über 20 Sammlungsgruppen. Dazu zählen neben Büchern, Briefen und Hausrat der Familie Grimm auch Zeichnungen, Grafiken, Scherenschnitte, Skulpturen und Gemälde. Einen Schwerpunkt im Bereich der Grafik bilden beispielsweise Werke des Bruders Ludwig Emil Grimm sowie historische und zeitgenössische Märchenillustrationen.
Die Sammlung wird stetig durch interessante Objekte erweitert. Dadurch bieten sich neue Perspektiven für die Forschung und gleichzeitig neue Impulse für die öffentliche Auseinander­setzung. Die Grimm‐Sammlung ist Ansprechpartnerin für Bild‐ und Forschungsanfragen und stellt ihre Objekte der GRIMMWELT Kassel sowie Museen und Ausstellungshäusern weltweit als Leihgabe zur Präsentation zur Verfügung.

 

[Quelle: Pressemitteilung]