Die vorliegende Bibliografie präsentiert eine Datenbank deutschsprachiger Kinderbücher zum Thema Behinderung, die den Zeitraum von 1945 bis 2021 abdeckt. Mithilfe einer breit angelegten Methodik, die auf sekundäre Literatur, Online-Ressourcen und Katalogdatenbanken zurückgreift, wurden 817 Bücher identifiziert, die Figuren mit Behinderungen enthalten. Der Katalog bietet wertvolle Einblicke in die Darstellung von Behinderung in der deutschsprachigen Kinderliteratur und kann als Grundlage für weitere Forschungen auf diesem Gebiet dienen.


Einführung

Kinderbücher beeinflussen sowohl unser Selbst- als auch unser Weltbild. Gerade für Kinder ist es wichtig, sich in Geschichten und Bildern wiederzufinden und gleichzeitig andere Lebenswirklichkeiten kennenzulernen.1 

Die Diskussion um die Integration von Diversität und Inklusion in die Kinderliteratur hat Bedenken hervorgerufen, dass möglicherweise die narrative Handlung und die ästhetische Gestaltung vernachlässigt werden könnten, da ein verstärkter Fokus auf gesellschaftspolitischen Anliegen liegt. Dieses Spannungsfeld verdeutlicht die Herausforderungen, vor denen die Kinder- und Jugendliteratur steht, die sowohl als Sozialisationsinstrument als auch als eigenständige künstlerische Ausdrucksform betrachtet wird.2 In diesem Kontext ist es von Bedeutung, die Auswahlkriterien für Bücher zu hinterfragen und zu verstehen, welche gesellschaftlichen und kulturellen Werte und Normen dabei zum Tragen kommen. Raul Krauthausen, Aktivist für Inklusion und Barrierefreiheit, kritisiert in diesem Zusammenhang, dass Menschen mit Behinderung3 – die mit einem Anteil von etwa 9,5 % an der Gesamtbevölkerung (vgl. Destatis 2020) die größte Minderheit Deutschlands darstellen – in der Diskussion um Diversität, Vielfalt und Inklusion oft vernachlässigt werden (vgl. Krauthausen 2020). Dabei wird das Aufgreifen dieser Thematik in der Literatur als ein Schritt in Richtung gelebter Inklusion gesehen, da dort erste Erfahrungen mit dem Thema gesammelt werden können (vgl. Radtke 2003, S. 7). Ausgehend von diesen Überlegungen widmet sich das Projekt der Frage, wie Menschen mit Behinderung in der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur dargestellt werden. Ziel ist dabei eine umfassende Bestandsaufnahme der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur zum Thema Behinderung von 1945 bis 2021.4

Methodik

Unter Kinderbüchern werden alle Bücher bis einschließlich 11 Jahren verstanden5, was auch Bilderbücher, Bücher zum Vorlesen, Märchen und Legenden, Biografien und Sachbücher bis einschließlich 11 Jahren umfasst. Comics, Mangas und Graphic Novels wurden dabei nicht berücksichtigt.6 Erfasst wurden alle deutschsprachigen Erstausgaben, die als Printausgabe über den Zwischenbuchhandel erhältlich sind oder waren und somit eine Internationale Standardbuchnummer (ISBN) aufweisen. Dies beinhaltete sowohl die Erstveröffentlichungen in deutscher Sprache als auch die Übersetzungen ausländischer Werke ins Deutsche. Die Einbeziehung der österreichischen und schweizerischen Buchproduktion ist sinnvoll, da diese Titel auch in Deutschland erhältlich sind.

In den untersuchten Kinderbüchern wird eine Behinderung als solche eingestuft, wenn eine "Beeinträchtigungen einer Körperfunktion oder -struktur, wie z. B. eine wesentliche Abweichung oder ein Verlust" (Weltgesundheitsorganisation 2005, S. 16) vorliegt. Damit wird der Schädigungsbegriff der WHO als Grundlage für die Beurteilung herangezogen. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass diese Definition Kritik auf sich zieht, da sie auf einem medizinischen Modell basiert und somit die Komplexität von Behinderung nicht umfassend berücksichtigt. Das individuelle Modell von Behinderung neigt dazu, den Fokus auf die Einschränkungen einer Person zu legen, ohne die Vielschichtigkeit dieser Kategorie zu erfassen. Die Disability Studies sehen in dieser Begriffsdefinition eine zu enge und reduktionistische Perspektive, da sie nicht hinreichend die sozialen, kulturellen und umweltbedingten Faktoren berücksichtigt, die das Erleben von Behinderung beeinflussen. Gemäß den Disability Studies wird Behinderung nicht als eine natürliche Tatsache verstanden, sondern als eine von der Gesellschaft negativ bewertete und sozial konstruierte Differenzkategorie. Demzufolge muss Behinderung auch immer in ihrem jeweiligen sozialen, kulturellen und historischen Kontext analysiert, interpretiert und verständlich gemacht werden (vgl. Brehme 2020, S. 9). Gegenstand sollte dabei nicht die Behinderung an sich sein, sondern "die Konstruktion von Normalität" (AGDS o. D). Es geht folglich darum, welche Bedeutungen Behinderung auf kultureller, gesellschaftlicher und politischer Ebene zugeschrieben werden und welche Auswirkungen sich daraus für Menschen mit Behinderung ergeben.

Darüber hinaus kann Behinderung in eine Reihe von Unterkategorien eingeteilt werden. Da die Klassifikation der International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF) sehr komplex ist, wurde an dieser Stelle eine vereinfachte Einteilung auf Grundlage des SGB IX7 sowie unter Berücksichtigung der Studien von Zimmermann (vgl. Zimmermann 1982, S. 101), Ammann (vgl. Amman et al. 1987, S. 7f.) und Reese (vgl. Reese 2006, S. 177) vorgenommen. Daraus ergab sich folgende Einteilung: Körperbehinderungen, Sehbehinderungen, Hörbehinderungen, Sprachbehinderungen, Lernschwierigkeiten und Lernbehinderungen.8 Wenn aufgrund fehlender Informationen oder ungenauer Beschreibungen eine genaue Zuordnung zu einer Behinderungsart nicht möglich war, wurde diese der Kategorie 'Unbekannte/unbenannte Behinderungsformen' zugeordnet. Wurde in einem Buch mehr als eine Art von Behinderung thematisiert oder lagen Mehrfach- oder Schwerbehinderungen vor, wurde dieser Titel der Kategorie ‚Einbeziehung verschiedener Behinderungsformen‘ zugewiesen. Seelische (oder auch psychische) Behinderungen oder Störungen9, chronische oder vorübergehende medizinische Erkrankungen oder Verletzungen sowie körperliche Auffälligkeiten wie Adipositas wurden ausgeschlossen. Zudem wurden nur Bücher über Menschen mit Behinderung und nicht für Menschen mit Behinderung, wie z. B. Tastbücher für Kinder mit einer Sehbehinderung, aufgenommen.

Die Recherche nach einschlägiger Kinderliteratur erwies sich als äußerst schwierig, da es bisher noch keine umfassende und vollständige Bibliografie von Kinderbüchern zum Thema Behinderung gibt. Weder die führenden Bibliotheken in Deutschland noch die speziellen Arbeitsstellen, Verbände und Institute für Kinder- und Jugendliteraturforschung an den Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz oder die Arbeitskreise und Jugendliteraturzentren, Verbände oder Vereine von Menschen mit Behinderung führen eine umfassende Übersicht über veröffentlichte Kinderbücher zum Thema Behinderung. Die hier zusammengestellte Literaturliste erhebt daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

In einem ersten Schritt wurde die Sekundärliteratur zum Thema Behinderung in der Kinder- und Jugendliteratur (KJL) gesichtet und die dort aufgeführte Primärliteratur herangezogen (vgl. Amman et al. 1987, S. 74–194; Reese 2006, S. 484–512; Elbrechtz 1979, S. 86–95; Nickel 1999, S. 211–218; Zimmermann 1982a, S. 211–218; Zimmermann 1982b, S. 214–231). Daran anschließend wurden Empfehlungslisten und Blogs zum Thema Behinderung im Internet durchsucht. Von entscheidender Bedeutung war dabei der Blog Nicolettas – Bücher, der sich auf Kinder- und Jugendbücher zum Thema Behinderung spezialisiert und einen sehr umfangreichen Katalog von Büchern erstellt hat, der nähere Informationen zum Inhalt, zur Art der Behinderung sowie eine persönliche Bewertung des Titels enthält (vgl. Habbert).10 Zusätzlich wurden Bücher ausgewertet, die mit dem KIMI-Siegel ausgezeichnet und in der International Board on Books for Young People (IBBY) Collection for Young People with Disabilities sowie im Katalog der Oldenburger Kinder- und Jugendbuchmesse11 (KIBUM) gelistet sind. Schließlich wurde eine umfassende Recherche mit Hilfe einer Stichwortsuche über die Zeitfracht GmbH durchgeführt.12 Das Unternehmen gehört zur Zeitfracht Gruppe und ist im deutschsprachigen Raum der größte Buchgroßhändler (vgl. Buchlogistiker Koch, Neff und Volckmar gerettet 2019) mit der Funktion eines Barsortiments. Das Unternehmen beliefert Buchhandlungen in ganz Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol mit Büchern und anderen buchhandelsrelevanten Artikeln. Als bibliografisches Hilfsmittel für Buchhändlerinnen und Buchhändler führt der deutsche Großhändler einen vollständigen elektronischen Bestandskatalog seiner Titel, der für diese Arbeit genutzt wurde.

Neben der Suche nach relevanten Kinderbüchern stellte die Identifizierung und Zuordnung der Behinderung im jeweiligen Kinderbuch sowie die Bestimmung einer Altersempfehlung, vor allem bei älteren Titeln, eine Herausforderung dar. Für die Zuordnung der Behinderung wurden der Klappentext, das Cover, die aufgeführten Stichwörter und, falls vorhanden, ein ‚Blick ins Buch‘, der auf der Verlagswebsite des Buches, über Zeitfracht oder Amazon abrufbar war, herangezogen. Die Zuordnung erfolgte hierbei nach eigenem Ermessen. Für die Ermittlung einer Altersempfehlung wurde, wenn möglich, zunächst auf der Website des Verlags recherchiert. Da insbesondere ältere, nicht mehr lieferbare Titel oft nicht mehr auf der Verlagswebsite zu finden sind und zudem einige der Verlage nicht mehr existieren oder von anderen Verlagen oder Verlagsgruppen aufgekauft wurden, wurde in diesen Fällen zunächst auf Zeitfracht und anschließend auf Amazon nach einer Altersangabe gesucht. Wurde keine Altersempfehlung gefunden, wurde der Titel der Kategorie 'Keine Altersangabe' zugeordnet.

Die Auswahl der aufgenommenen Titel erfolgte unter dem Gesichtspunkt der Repräsentativität. Es wurde keine Aussage hinsichtlich der Qualität der Bücher getroffen. Die gefundenen Titel wurden abschließend im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) nach der jeweiligen Erstausgabe durchsucht und um Angaben zum Jahr der Erstausgabe, zur Autorin oder zum Autor und zum Verlag ergänzt. Insgesamt wurden mit der beschriebenen Methode 817 Bücher identifiziert, in denen mindestens eine Figur mit Behinderung vorkommt.

Dennoch kann es aufgrund der gewählten Methode zu Lücken im erstellten Katalog kommen. So konnten Bücher, in denen die Behinderung nur eine untergeordnete Rolle spielt und nicht aus dem Klappentext, dem Cover, den aufgeführten Stichworten oder dem ‚Blick ins Buch‘ hervorgeht, nicht gefunden werden. Daneben erwies es sich als sehr schwierig, ältere Kinderliteratur zum Thema Behinderung zu finden und diese einer Behinderungsform und einer Altersgruppe zuzuordnen, da Zeitfracht überwiegend neuere Titel auflistet und Wert auf lieferbare Artikel legt. Ausgangspunkt bildete hier im Wesentlichen die Sekundärliteratur. In diesem Kontext ist zu erwähnen, dass in der Sekundärliteratur größtenteils Kinderliteratur aus der ehemaligen BRD und nur vereinzelt Titel aus der DDR aufgeführt werden (vgl. Zimmermann 1982a, S. 87). Es ist daher nicht möglich, einen wirklichkeitsgetreuen Überblick über die Kinderliteratur zum Thema Behinderung in der DDR zu geben. Außerdem weist Zimmermann in ihrer Studie darauf hin, dass vor allem bei älteren Titeln die Abgrenzung zum Krankheitsbegriff fehlt und beide Begriffe teilweise synonym verwendet werden (vgl. ebd., S. 111). Dadurch kann es in dieser Studie zu einer Fehlzuweisung von Titeln gekommen sein. Auch fehlerhafte oder unzureichende Metadaten im DNB-Katalog, bei Zeitfracht, auf der Verlagsseite oder bei Amazon können entweder zu falschen Zuordnungen geführt haben oder dazu, dass relevante Titel gar nicht erst auffindbar waren. Daneben ist zu berücksichtigen, dass Titel, die der Kategorie 'Ohne Altersangabe' zugeordnet wurden, unter Umständen teilweise auch schon der Jugendliteratur und nicht mehr der Kinderliteratur zuzuordnen sind und somit das hier gezeichnete Bild verzerren. Ein weiterer hervorzuhebender Aspekt ist der immer stärker wachsende Bereich des Selfpublishings. Da das Angebot unüberschaubar ist und es zudem auch keine verlässlichen Statistiken gibt (vgl. Norrick-Rühl und Vogel 2020, S. 27), dürften viele für diese Untersuchung relevante Titel an dieser Stelle nicht gefunden worden sein. Des Weiteren kann die hier verwendete Definition von Behinderung kritisiert werden, da sie auf einem Schädigungskonzept beruht und damit Ausdruck des individuellen Modells von Behinderung ist, das Behinderung auf ein medizinisches Phänomen reduziert und die Vielschichtigkeit der Kategorie Behinderung nicht berücksichtigt. Trotz dieser Kritik wurde für die Erstellung der Bibliografie an der Definition festgehalten, um die Identifizierung relevanter Titel zu erleichtern, da diese oft nur anhand von Klappentexten, Covern oder anderen verfügbaren Informationen möglich war. Zudem stützt sich ein beträchtlicher Teil der Bibliografie auf Sekundärliteratur, die wiederum häufig auf ähnlichen Konzepten aufbaut. Darüber hinaus ist darauf hinzuweisen, dass die Zuordnung zu einer Behinderungsart eigenständig und nach eigenem Ermessen erfolgte und daher Titel möglicherweise falsch kategorisiert wurden.

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Schlagwortliste

Anderssein, Asperger-Syndrom, Autismus, Autistisches Kind, Behinderte, Behindertes Kind, Behinderung, Blind, Blinde, Blindheit, Diversität, Downsyndrom, Erblindung, Gebärdensprache, Gehörlose, Gehörloses Kind, Hörgeschädigtes Kind, Inklusion, Legasthenie, Lernschwäche, Lese-Rechtschreibschwäche, Leseschwäche, Rechenschwäche, Rollstuhl, Rollstuhlfahrer, Sehbehinderte, Sprachstörungen, Stottern, Stummheit, Taubblindheit, Trisomie 21, Vielfalt

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Fußnoten 

Vgl. Ewers, Hans-Heino: Literatur für Kinder und Jugendliche. Eine Einführung. 2., aktual. Aufl. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag 2012, S. 142.

2 Dieses Spannungsverhältnis verdeutlicht das dialektische Wechselverhältnis, dem die Kinder- und Jugendliteratur zwischen den gegensätzlichen Polen des ästhetischen Werks und der pädagogischen Funktion unterliegt. Dabei ist es von entscheidender Bedeutung anzuerkennen, dass Kinderbücher nicht nur als Mittel zur pädagogischen Beeinflussung, sondern auch als eigenständige literarische Schöpfungen betrachtet werden müssen. Eine einseitige Betonung eines dieser Aspekte kann sowohl die Entwicklung der Handlung als auch die ästhetische Gestaltung vernachlässigen, was die Fähigkeit der Kinderliteratur beeinträchtigt, komplexe und fesselnde Erzählungen zu präsentieren.

Für diese Arbeit wird die people-first-language mit der Bezeichnung Menschen mit Behinderung genutzt, da diese die Menschlichkeit vor der Behinderung in den Fokus [setzt] und [...] gleichzeitig auch als Sammelbegriff die unterschiedlichsten Formen von Neurodiversität und verkörperter Differenz [inkludiert] (vgl. Nowicki 2019, S. 24).

Die Bibliografie basiert auf meiner Masterarbeit mit dem Titel "Die Darstellung von Behinderung im Kinderbuch. Potenzial für eine verbesserte Repräsentation?", welche ich im Jahr 2022 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz verfasst habe. Die Arbeit entstand unter der Betreuung von Prof. Dr. Christoph Bläsi und Dr. Anke Vogel mit dem Ziel, einen umfassenden Einblick in die Darstellung von Behinderung in der Kinderliteratur zu geben. Die zentrale Fragestellung war, ob und inwieweit es Möglichkeiten gibt, Menschen mit Behinderung in der Kinderliteratur besser zu repräsentieren. 

Die Grenzen zwischen Kinder-, Jugend- und Erwachsenenliteratur sind fließend und unterliegen dem historischen Wandel. Es existieren lediglich freiwillige Empfehlungen einiger Verlage zu den entsprechenden Altersgrenzen. "Trotz zuweilen schwankender Zuschreibungen hat sich mittlerweile als Konsens herausgestellt, 12 Jahre als Altersgrenze zwischen den beiden Literaturbereichen anzusehen" (Kümmerling-Meibauer 2020, S. 4). So werden auch in der Warengruppen-Systematik des Börsenvereins Kinderbücher bis zu einem Alter von 11 Jahren und Jugendbücher für Personen ab 12 Jahren definiert (vgl. Börsenverein des deutschen Buchhandels 2006, S. 7). Der Verlag ordnet dabei seinen Titel selbständig einer Warengruppe zu. 

Da eine klare Definition der verschiedenen Buchformate schwierig ist und sie im Diskurs um die Darstellung von Behinderung eine Sonderstellung einzunehmen scheinen (vgl. Koch et al. 2020, S. 236), wurden Comics, Mangas und Graphic Novels aus der Untersuchung ausgeschlossen.

Das SGB IX definiert Menschen mit Behinderung als "Menschen, die körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben [...]" (§ 2 Abs. 1 SGB IX).

Für die vorliegende Bibliografie wird der Begriff Mensch mit Lernschwierigkeiten anstelle des Begriffs geistige Behinderung verwendet, in Übereinstimmung mit dem Leitfaden mit Formulierungshilfen in Bezug auf Menschen mit Behinderung (vgl. Leidmedien.de o. D.). Menschen mit Lernschwierigkeiten sind dabei von Menschen mit Lernbehinderung abzugrenzen. Letztere wird als "unumgängliche, langandauernde und schwerwiegende Schwierigkeiten beim Lernen" definiert und betrifft etwa 2 – 2,5 % der Schülerinnen und Schüler eines Jahrgangs (Ziegler 2005, S. 68).

Im Vergleich zu anderen Arten von Behinderungen sind seelische (oder auch psychische) Behinderungen schwieriger zu definieren. "Sie betreffen nicht messbare Dimensionen wie Fühlen, Handeln, Wahrnehmung oder Orientierung" (Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrations- und Inklusionsämter und Träger der Sozialen Entschädigung 2022). Dabei handelt es sich um subjektive Phänomene, die nicht durch eine genau definierte Norm erfasst werden können und daher in dieser Bibliografie unberücksichtigt blieben.

10 Die Informationen zu den Titeln wurden hierbei nicht einfach übernommen, sondern über den elektronischen Bestandskatalog der Zeitfracht GmbH, den Katalog der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) und ggf. auf Amazon.de, Inc. überprüft.

11 Für die Recherche im Online-Katalog der KIBUM wurden die Stichwörter "Behinderte" und "Behinderung, Handicap" genutzt.

12 Die verwendeten Schlagwörter sind hier aufgeführt. Darüber hinaus wurde die Suche über die Zeitfracht GmbH hinsichtlich der Sprache (Deutsch), der Produktgruppe (Bücher) und der Zielgruppe (Kleinkinder/Kindergartenalter (bis 6 J.), Kinder (6–12 J.) verfeinert (vgl. Ankunfts- und Bestellsystem).


Literaturverzeichnis

Quellen

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Ankunfts- und Bestellsystem. https://zeitfracht.de/medien/service/auskunfts-und-bestellsystem/ (14.01.2024).

Börsenverein des deutschen Buchhandels: Warengruppen-Systematik neu. (WGSneu) – Version 2.0 (15.07.2006). https://www.boersenverein.de/markt-daten/marktforschung/wirtschaftszahlen/warengruppen/ (14.01.2024).

Buchlogistiker Koch, Neff und Volckmar gerettet. In: Börsenblatt – Wochenmagazin für den Deutschen Buchhandel (26.06.2019). https://www.boersenblatt.net/archiv/1682447.html (14.01.2024).

Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrations- und Inklusionsämter und Träger der Sozialen Entschädigung: Seelische Behinderungen (2022). https://www.bih.de/integrationsaemter/medien-und-publikationen/fachlexikon/detail/seelische-behinderung/ (14.01.2024).

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Destatis: 7,9 Millionen schwerbehinderte Menschen leben in Deutschland. In: www.destatis.de [24.06.2020]. URL: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/06/PD20_230_227.html;jsessionid=20BB710784FDB806300B00A7E6078DFE.live732 (09.03.2024).

Deutsche Nationalbibliothek. https://www.dnb.de/DE/Home/home_node.html (14.01.2024).

Habbert, Nicole: Bücher. https://www.nicolettas-buecher.de/index.php/buecher (14.01.2024).

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Krauthausen, Raul: Wie behinderte Menschen vergessen werden, wenn von "Diversität", "Vielfalt" und "Inklusion" die Rede ist. In: www.raul.de [29.10.2020]. URL: https://raul.de/allgemein/wie-behinderte-menschen-vergessen-werden-wenn-von-diversitaet-vielfalt-und-inklusion-die-rede-ist/ (09.03.2024).

Leidmedien.de: Behinderung in den Medien. Tipps von Leidmedien.de (o. D.). https://leidmedien.de/wp-content/uploads/2017/02/LeidmedienBroschuere2020_bfrei.pdf (14.01.2024).

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Ziegler, Mechthild: Lernbehinderung aus Sicht eines Elternverbandes. In: Junge Menschen mit Behinderung in der Berufsausbildungsvorbereitung. Hrsg. von INBAS GmbH. Offenbach: INBAS, 2005 (= Berichte und Materialien; 16). S. 67–70.