Polysyndeton: rhetorische Figur, Form der Aufzählung, gekennzeichnet durch die Wiederholung der gleichen Konjunktion 

Explikat 

Das Polysyndeton ist eine Wortfigur, bei der mindestens drei syntaktisch gleichartige Elemente (Einzelwörter, kleine Wortgruppen oder ganze Satzglieder) durch die Wiederholung der gleichen Konjunktion reihend miteinander verbunden werden. Das Polysyndeton stellt damit das stilistische Gegenstück zum Asyndeton dar (vgl. Spörl 2007).

Über die vielfache Verwendung der jeweiligen Konjunktion wird das Lesetempo verlangsamt und darüber der jeweilige Satz oder die einzelnen Satzteile betont. So erscheint die "kunterbunte Fracht" (Kästner 2000, S. 10), die im Ferienheim Seebühl am Bühlsee ankommt durch das Polysyndeton noch um einiges bunter und umfangreicher: 

Doch nicht nur Mädchen, sondern auch Koffer und Taschen und Puppen und Körbe und Tüten und Stoffhunde und Roller und Schirmchen und Thermosflaschen und Regenmäntel und Rucksäcke und gerollte Wolldecken und Bilderbücher und Botanisiertrommel und Schmetterlingsnetze, eine kunterbunte Fracht. (ebd.) 

Auch die Speisekammer von Michels Mutter wird über das Polysyndeton in ihrem Umfang illustriert: 

Außerdem machte sie Schweinebraten und Kalbsrouladen und Heringssalat und eingelegten Hering und Apfelkuchen und Aal in Gelee und Kartoffelmus und Puddinge und zwei riesenhafte Käsekuchen und dann eine besondere Art Wurst […] (Lindgren 1972, S. 15)


Literatur

Primärliteratur

  • Kästner, Erich: Das doppelte Lottchen. Hamburg: Cecilie Dressler Verlag, 2000.
  • Lindgren, Astrid: Immer dieser Michel. Hamburg: Verlag Friedrich Oetinger, 1972. 

Sekundärliteratur

Erstveröffentlichung: 18.09.2015

 

 


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