Klimax: rhetorische Figur, beschreibt zum einen die mehrfache Wiederaufnahme eines Ausdrucks am Ende eines Satzes oder Satzteiles am Anfang des folgenden mit gradueller Steigerung und zum anderen die reihende und sich steigernde Anordnung zumeist mindestens dreier syntaktisch äquivalenter Satzglieder (vgl. Spörl 2007)

Explikat 

Bei der ersten Form der Klimax wird ein Ausdruck am Ende eines Satzes oder Satzteils oder am Anfang des folgenden wiederholt, wobei die aufeinander folgenden Elemente sich chronologisch, genealogisch, argumentativ oder logisch steigern (vgl. ebd.). 

So wird über die Wiederholung des Ausdrucks 'an der Hand gehalten', die Steigerung in Mios Beschreibung noch unterstrichen: "Tante Edla und Onkel Sixten hatten mich nie an der Hand gehalten. Niemand hatte mich jemals zuvor an der Hand gehalten." (Lindgren 1985, S. 20)

In der zweiten Form betrifft die Steigerung in erster Linie den Inhalt und damit die Aussagekraft der aneinander gereihten und gesteigerten Elemente, die Einzelwörter, Wortgruppen, Teilsätze oder ganze Sätze sein können (vgl. Spörl 2007). So wird über Der Schatten die Zeit, in der der gelehrte Mann und sein Schatten getrennt sind, über eine Klimax verdeutlicht: "[...] und es vergingen Tage, und es vergingen Jahre – es vergingen viele Jahre." (Andersen)

Ebenso stellen die Sicherheitsmaßnahmen, mit denen Ritter Kato Mio und JumJum umgibt, eine Klimax, die zudem noch durch eine Alliteration unterstützt wird, dar: 

Stellt sieben Späher als Wachen vor die Tür. Stellt siebenundsiebzig Späher als Wachen in alle Säle, auf die Treppen und in die Gänge zwischen dem Turm und meiner Kammer. (Lindgren 1985, S. 146)

Die umgekehrte Form und damit der Abfall einer Wortreihe nennt sich Antiklimax, die wieder herum in enger Verbindung mit dem Bathos steht (vgl. Spörl 2007). Auch dieses ist durch einen Abfall gekennzeichnet, der jedoch häufig eine komische Wirkung hat. Dieses findet sich Roald Dahls Beschreibung der Hexen wieder: "She reckons on doing away with one child a week. Anything less than that and she becomes grumpy." (Dahl 2007, S. 3) Die Ungerührtheit mit der Dahl das Verzehren von einem Kind pro Woche beschreibt, macht nach Cedric Cullingford das Bathos der Textstelle aus (vgl. Cullingford 1998, S. 155).


Bibliografie

Primärliteratur

Sekundärliteratur

Erstveröffentlichung: 22.09.2015

 

 

 


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