Inhalt

Es ist Weihnachten! Und die kleine Hummel Bommel ist so aufgeregt, dass sie ihre Eltern früh morgens weckt – die jedoch noch ein kleines bisschen weiterschlafen wollen. So macht sich Bommel auf den Weg zu seinen Freundinnen und Freunden, dem Schmetterling Ricardo und dem Flohmädchen Fina, die dem Weihnachtsfest ebenso erwartungsvoll entgegenfiebern und dabei kaum wissen, wie sie die Zeit bis zum Abend verbringen sollen. Nachdem sie einen Schneemann gebaut haben, stattet Bommel allein allen Nachbarinnen und Nachbarn einen Besuch ab, damit die Zeit schnell vergeht. Doch er muss feststellen, dass bei den Nachbarinnen und Nachbarn nicht alles rosig aussieht: Gisela Grille hat ihre Stimme verloren und kann nicht singen, Marie Marienkäfer sind alle Weihnachtskekse verbrannt, Pastor Fliege fallen keine Worte für die Weihnachtsansprache ein und Doktor Weberknecht hat so viel zu tun, dass er keine Geschenke kaufen kann. Als Bommel dann nach Hause kommt, muss er verkraften, dass sein Papa nur einen kleinen schiefen Weihnachtsbaum hat kaufen können.

Abends sitzen dann alle Insekten beim Weihnachtsfest zusammen – und kommen trotz der ganzen Pannen zu dem Schluss: Es ist doch alles gar nicht so schlimm, wie es scheint. Die verbrannten Weihnachtskekse machen sich mit einer roten Schleife gut als Baumschmuck, der Baum wird gerade, wenn man den Kopf schief hält, ohne Geschenke hat man mehr Platz zum Tanzen und Gisela Grille kann zumindest summen. Hummel Bommel bringt es auf den Punkt: "Ich hab’s! Jetzt weiß ich, worum es beim Weihnachtsfest geht: Hauptsache, wir haben uns!" (o.P.)

Kritik

Mit Die kleine Hummel Bommel feiert Weihnachten haben Britta Sabbag, Maite Kelly und Joëlle Tourlonias eine Weihnachtsgeschichte um die Hummel Bommel vorgelegt, durch die die heterodiegetische Erzählerfigur führt. Der Plot ist in seiner Konzeption einfach und wird linear erzählt, so dass ein junges Lesepublikum ab drei bis vier Jahren der Geschichte folgen kann. Neben der Handlung, die sich im Kern auf die – wichtige – darin vermittelte Botschaft reduzieren lässt, dass es an Weihnachten nicht um Perfektion und  Geschenke, sondern um das gemeinsame Beisammensein geht, sind es die Bilder von Joëlle Tourlonias und deren unverwechselbarer Zeichenstil, die das Bilderbuch auszeichnen (vgl. z.B. auch ihre Zeichnungen in Elefantastisch. Auf nach Afrika!, Das Gespenst von Canterville oder Ich bin ein Tiger). Die farbigen Bilder erstrecken sich über jeweils eine Doppelseite, wobei der Schwerpunkt auf der rechten Seite liegt, während auf der linken Hälfte der Text abgedruckt ist. So wird beim Lesen bzw. beim Betrachten des Bilderbuchs und dem Umblättern der Seiten automatisch zunächst der Blick auf die Bilder gelenkt, so dass der Text zwangsläufig in den Hintergrund rückt. Und doch kommen die Bilder – trotz der sich ergebenden freien Interpretationsmöglichkeiten – nicht ohne Text aus, denn so ohne weiteres ist die Aussage allein auf Bildebene nicht zu verstehen. Schaut man sich beispielsweise die Darstellung von Marie Marienkäfer an, wird nicht klar, warum es aus dem Fenster ihres Hauses raucht, die Tür weit geöffnet ist und sie selbst voller Rußflecken ist. Erst der Text liefert die Lösung: Es liegt an den verbrannten Keksen. Der Text bietet – ganz im Sinne der Text-Bild-Interpendenz – die Erklärung für das Geschehen im Bild.

Als Manko kann angebracht werden, dass es weniger um das im Buchtitel versprochene Weihnachtsfest geht, als um die Vorbereitungen, die zunächst scheitern und das Fest zu bedrohen scheinen. Erst am Ende spielt das Fest selbst eine Rolle, als alle Tiere zusammenkommen und den vorweihnachtlichen Pannen etwas Gutes abgewinnen können. Dadurch besinnen sie sich auf die für sie wichtige Bedeutung von Weihnachten. Zudem wird das Weihnachtsfest selbst nicht kontextualisiert und in Verbindung gebracht mit der christlichen Bedeutung: der Geburt Jesus Christus. Somit wird dem Gedanken, Geschenke zu bekommen, "nur" das Beisammensein gegenübergestellt, ohne zu erläutern, warum Weihnachten überhaupt gefeiert wird. Dies mag erklärbar sein durch die Konzeption der Geschichte und die Anschlussfähigkeit an die bisherigen Hummel Bommel-Bücher, ein kleiner Wehrmutstropfen bleibt dennoch.

Abgerundet wird das Buch mit dem Rezept für "Marie Marienkäfers berühmte süße Honigkekse mit Blütenstaubpuder", die die Lektüre /Betrachtung schmackhaft abrunden.

Fazit

Das Bilderbuch Die kleine Hummel Bommel feiert Weihnachten ist sowohl als Vorlesebuch als auch zum Selbstlesen für Leserinnen und Leser ab drei bis vier Jahren geeignet und setzt die erfolgreiche Serie um die kleine Hummel Bommel fort. Kindern wird hier nahegebracht, dass eben nicht Perfektion – und Geschenke – im Zentrum dieses Festes stehen sollten, sondern das gemeinsame Beisammensein von Freunden und Familie. Ein Bilderbuch, das einlädt, immer wieder angeschaut zu werden.

Titel: Die kleine Hummel Bommel feiert Weihnachten
Autor/-in:
  • Britta Sabbag
  • Maite Kelly
Illustrator/-in:
  • Joëlle Tourlonias
Erscheinungsort: München
Erscheinungsjahr: 2016
Verlag: arsEdition
ISBN-13: 978-3-8458-1645-6
Seitenzahl: 32
Preis: 12,99 €
Altersempfehlung Redaktion: 4 Jahre
Sabbag, Britta/Kelly, Maite/Tourlonias, Joëlle: Die kleine Hummel Bommel feiert Weihnachten