Litotes: Trope, gekennzeichnet durch Verneinung des Gegenteils und dadurch Hervorhebung des Gemeinten (vgl. Spörl 2007)

Explikat

Bei der Litotes wird über die Darstellung eines Sachverhaltes mithilfe einer doppelten Negation absichtlich eine Abschwächung, eine Untertreibung herbeigeführt. Trotz dieser wird das Gesagte jedoch inhaltlich nicht etwa eingeschränkt, sondern vielmehr – wenn auch implizit – betont (vgl. ebd.). 

So verbirgt Meisterdetektiv Blomquist oder vielmehr Kalle seine detektivischen Bestrebungen, für die er von Eva-Lotta und Anders schon mehr als einmal Spott ernten musste, hinter einer Litotes: 

Ein neuer, herrlicher Ferientag lag vor ihm, ohne Sorgen, ohne Schule und ohne andere Pflichten, als die Erdbeeren zu gießen und ein Auge auf eventuelle Mörder in der Umgebung zu haben. Nichts davon war besonders anstrengend. (Lindgren 1982, S. 27) 

Eng verknüpft ist die Litotes mit der Ironie und hat demzufolge häufig eine ironisierende Wirkung. Sie geht aber im Gegensatz zur Ironie über ein bloßes Gegensatzverhältnis hinaus (vgl. Spörl 2007). So hat der litotische Erzählerkommentar auf das drohende Schicksal des Soldaten in Hans Christian Andersens Das Feuerzeug durchaus einen ironischen Charakter: "Und sie sagten ihm: 'Morgen wirst Du gehängt werden.' Das zu hören war eben nicht belustigend, und sein Feuerzeug hatte er im Gasthofe gelassen." (Andersen) Gleichzeitig wird über diese Anmerkung die Aussage und damit das Bewusstsein um die Gefahr, der der Soldat ausgesetzt ist, noch verstärkt. Auch die Hyperbel steht in engen, wenn auch spiegelverkehrtem, Verhältnis zur Litotes. Zudem sind zahlreiche litotische Formulierungen in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen (vgl. Spörl 2007).


Literatur 

Primärliteratur

Sekundärliteratur

Erstveröffentlichung: 21.09.2015


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