Katachrese: Trope, beschreibt entweder konventionalvisierte oder lexikalisierte Trope oder die Kombination zweier sich ausschließender Tropen (vgl. Spörl 2007) 

Explikat

Der Begriff der Katachrese verweist auf zwei völlig verschiedene Dimensionen. Die erste Bedeutung beschreibt die Aufnahme vormals neuartiger tropischer Ausdrücke in den konventionellen Sprachgebrauch oder das Schließen lexikalischer Leerstellen durch tropische Ausdruck und verweist damit auf die Konventionalisierung und Lexikalisierung tropischer Ausdrücke, wie beispielsweise der Litotes, Hyperbel, Neologismus, Synekdoche und insbesondere auch der Metapher (vgl. ebd.). Das Besondere und Aufsehenerregende des jeweiligen tropischen Ausdrucks ist dabei soweit konventionalsiert, dass es nicht mehr als tropischer Ausdruck erkannt wird, wie in der ursprünglich metaphorischen Wendung: "Eine Mütze voll Schlaf konnte er gut gebrauchen." (Wolf 1979, S. 50)


In der zweiten Bedeutung beschreibt die Katachrese einen Bildbruch, bei dem sowohl absichtlich, als auch unabsichtlich mehrere sich eigentlich ausschließende Tropen miteinander kombiniert werden (vgl. Spörl 2007). Dieser Bildbruch wirkt – unabhängig ob er absichtlich oder unabsichtlich hergestellt wird – dabei immer komisch, wie im Falle von der sowieso durchaus komischen Köchin Berta aus Pünktchen und Anton, die Fräulein Andacht mit einer Kombination aus den beiden Sprichwörtern 'ein Dorn im Auge' und 'ein Haar in der Suppe' angreift: "'Sie sind mir schon längst ein Haar in der Suppe', sagte Berta." (Kästner 1938, S. 57)


Literatur

Primärliteratur

  • Kästner, Erich: Pünktchen und Anton. Ein Roman für Kinder. Zürich: Atrium Verlag, 1938.
  • Wolf, Stefan: TKKG. Das Paket mit dem Totenkopf. Hannover: Pelikan Verlag, 1979 (= 4). 

Sekundärliteratur

Erstveröffentlichung: 21.09.2015


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