- Titel: Kanon
- von: Annelie Anez Vaca
- Erstveröffentlichung: 30.04.2012
Ein Korpus von Texten, die von einer bestimmten Autorität als wertvoll erachtet werden.
Ein Korpus von Texten, die von einer bestimmten Autorität als wertvoll erachtet werden.
Der Kinder- und Jugendliteraturbetrieb ist nicht mit dem Kinder- und Jugendbuchmarkt gleichzusetzen, sondern geht über diesen hinaus. Er umfasst alle produzierenden, vermarktenden, bewertenden, erschließenden und vermittelnden Tätigkeiten rund um die Literatur für Kinder und Jugendliche.
Als Kindheitsfilme lassen sich solche Filme bezeichnen, die ihren Fokus auf die Darstellung von Kindheit legen.
Der Kinder- und Jugendbuchmarkt ist ein wichtiger Teil des Gesamtbuchmarkts. Um die dazugehörigen Produkte gegenüber den übrigen Buchhandelsprodukten abzugrenzen, kann nach dem einheitlichen deutschen Branchenstandard die Hauptwarengruppe 2 "Kinder- und Jugendbücher" (laut WGSneu 2006, gültig seit Januar 2007) verwendet werden. Seit 2021 erwirtschaften die Produkte in der Hauptwarengruppe 2 konstant etwa 18% des Gesamtumsatzes des deutschen Buchmarkts (BuBiZ 2025, S. 14 mit Tab. 4). Zu Betrachtungen des Kinder- und Jugendbuchmarkts gehören Studien zu Kinder- und Jugendbuchverlagen, zu Lesern und Leseverhalten bei Kinder- und Jugendliteratur sowie Analysen weiterer Institutionen und Akteure wie Leseförderungsinitiative, Bildungsinstitutionen etc.
Das Kinderhörspiel ist ein elektroakustisch erzeugtes Genre, das mit dem Beginn des Rundfunks in den 1920er Jahren aufkommt und sich an Kinder bis etwa 12 Jahre richtet. Hörspiele sind ausschließlich an die auditive Wahrnehmung gebunden, deswegen müssen alle Informationen über akustische Zeichensysteme vermittelt werden. Neben Sprache und Stimme sind Geräusch und Musik wesentliche Codes dieser Kunstform, hinzu kommen Verfahren der studiotechnischen Bearbeitung.
Mit dem Begriff "Literacy" werden nicht nur die Fähigkeiten des Lesens und Schreibens bezeichnet, sondern auch weitere grundlegende Kompetenzen wie Textverständnis, Vertrautheit mit Literatur und anderen Medien sowie Erfahrungen mit der Lese-, Bild- und Erzählkultur.
Preise, Auszeichnungen und Bestenlisten bilden sog. kinder- und jugendliterarische Bewertungssysteme. Innerhalb dieser Systeme agiert eine Vielzahl unterschiedlicher Personen und Institutionen mit ebenso diversen Interessen und Ansichten. Bewertungssysteme haben erheblichen Einfluss auf die Wahrnehmung von Texten der Kinder- und Jugendliteratur und entscheiden auf diese Weise auch über Erfolg und Misserfolg mit.
Thema dieses Beitrags ist der Wandel in den Beziehungen von Kinderkultur(en) und Kindheitskonzepten im 19. und 20. Jahrhundert. Im Zentrum steht die Entwicklung der letzten 50 Jahre. Sie wird als Prozess der Erosion des Kindheitskonzepts der Moderne und als Entdifferenzierung von Kinder- und Erwachsenkulturen interpretiert. Auf eine Definition des Begriffs der Kinderkultur folgen eine historische Darstellung von Kinderkultur und Kindheitskonzepten seit 1945 sowie deren typologische Skizzierung.
Es geht einem mit der Kinder- und Jugendliteratur ebenso wie mit vielen anderen Phänomenen des kulturellen Lebens: Je intensiver man sich mit ihnen beschäftigt, um so mehr versagt jede Definition, so plausibel und brauchbar sie anfänglich auch gewesen sein mag, und um so mehr erscheinen einem Definitionen von Kinder- und Jugendliteratur als diskursive Machtinstrumente, als mehr oder weniger verdeckte Strategien, eine bestimmte Ausprägung dieses kulturellen Phänomens als Kinder- und Jugendliteratur schlechthin auszugeben und als alternative Spielarten diskursiv erst gar nicht als Kinder- und Jugendliteratur zuzulassen.
Gegenwärtig ist Kindgemäßheit ein wichtiges Kriterium zu Beurteilung von Bilderbüchern. Der Begriff an sich ist bis heute jedoch nicht eindeutig gefasst. Schon seit der frühen Kinder- und Jugendliteratur versuchten ForscherInnen und Kritiker den Begriff des Kindgemäßen zu definieren.