Als "Crossover"- oder "All-Age"-Literatur werden seit Ende der 1990er Jahre Texte bezeichnet, die die Grenzen zwischen Kinder- und Allgemeinliteratur überschreiten, die sich also sowohl an Kinder, Jugendliche als auch Erwachsene richten und für diese verschiedenen Lesergruppen attraktiv sind. Die Bezeichnungen "Crossover-Literatur" (in Anlehnung an den kunst- oder musikwissenschaftliche Terminus für das Mischen verschiedener Stile und dem damit verbundenen Erfolg über die angestammte Zielgruppe hinaus) und "All-Age-Literatur" (eine Übersetzung des aus der skandinavischen Literaturwissenschaft stammenden Begriffs "allålderslitteratur") werden dabei weitgehend synonym verwendet.
Typische Beispiele für Crossover-Literatur sind Werke wie Philip Pullmans His Dark Materials (1995–2000), Joanne K. Rowlings Harry-Potter-Romane (1997–2007), Mark Haddons The Curious Incident of the Dog in the Night-Time (2001), Eoin Colfers Reihe Artemis Fowl (ab 2001), Christopher Paolinis Inheritance-Reihe (ab 2002), Cornelia Funkes Tintenwelt-Trilogie (2003–2007) und ihre Reckless-Reihe (ab 2010), Stephenie Meyers Twilight-Tetralogie (2005–2008) sowie Suzanne Collins' The Hunger Games (2008–2010).